OpenAirKino im Zeughaus
Fr 31. Juli bis
So 30. August 2020





josef hader und alfred dorfer lesen INDIEN. michael köhlmeier redet zu uns. erzählt über verträumte träume. und die musi spielt dazu. die feierliche eröffnung des coronarrischen sommerspektakels.

treibhaus & leokino proudly presents:
la dolce vita. vom schönen leben.
geschichten und musik
31.7. bis 30.8.
im zeug- & treib-haus

die eröffnung:
freitag 31.7. zeiughaus
einlaß: 19:00


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Sa 01.08. Open Air Kino im Zeughaus

LA STRADA

DAS LIED DER STRASSE

R: Federico Fellini / OmU

Ein Road-Movie, noch bevor es den Begriff dafür gab: Der reisende Jahrmarkt-Artist Zampanó (Anthony Quinn) kauft für 10.000 Lire die naive Gelsomina (Giulietta Masina) und richtet sie zur Assistentin bei seinen einfältigen Nummern ab. Gelsomina führt ein einsames, eingeschüchtertes Dasein zwischen Jahrmarktsplätzen, öden Lagerstellen und Wirtshäusern.
Eines Tages lässt Zampanó Gelsomina wie ein lästig gewordenes Stück Inventar am Weg zurück. Erst als Zampanó Jahre später wieder auf die Spur der inzwischen verstorbenen Gelsomina stößt, wird ihm seine Einsamkeit und sein vertanes Leben bewußt.

Italien 1954; Regie: Federico Fellini; Buch: Ennio Flaiano, Tullio Pinelli, Federico Fellini; Kamera: Otello Martelli; Musik: Nino Rota; DarstellerInnen: Giulietta Masina (Gelsomina), Anthony Quinn (Zampanó), Richard Basehart (Il Matto) u.a.; (DCP; Schwarzweiß; 94min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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So 02.08. Open Air Kino im Zeughaus

MISTER UNIVERSO

R: Tizza Covi & Rainer Frimmel / OmU

Tairo ist knapp zwanzig Jahre alt. Als Raubtierdompteur ist er mit einem kleinen Zirkus unterwegs, im Großraum Rom. Einer seiner Ti­ger ist gerade gestorben, der andere zu alt für Auftritte. Der Löwe ist gereizt und mit bloß noch einem Tiger und einer Löwin ist die Nummer nicht mehr so spektakulär. Dann wird ihm auch noch sein Amulett gestohlen. Tairo traut sich kaum mehr in die Arena. (aus: sennhausersfilmblog.ch)
Ein wunderbar einfacher Film. Ohne Schnickschnack und in aller Stille folgt er seinem Protagonisten, dem Raubtierdompteur Tairo und offenbart dabei in kleinen Episoden eine ganze Lebenswelt, die parallel zur restlichen und in einem ganz anderen Raum- und Zeitkontinuum funktioniert, die Welt des Zirkus.

Schweiz 2016; Regie: Tizza Covi & Rainer Frimmel; Buch: Tizza Covi; Kame­ra: Rainer Frimmel; Schnitt: Tizza Covi; Mitwirkende: Tairo Caroli, Wendy Weber, Arthur Robin, Lilly Robin u.a.; (DCP – von Super16 übertragen; 1:1,66; Farbe; 90min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Mo 03.08. Open Air Kino im Zeughaus

LADRI DI BICICLETTE

FAHRRADDIEBE

R: Vittorio De Sica / OmU

Mit LADRI DI BICICLETTE schuf der aus Neapel stammende Schauspieler und Regisseur Vittorio De Sica nicht nur einen Meilenstein des italienischen Neorealismus, sondern auch eines der meistgeschätzten Werke der Filmgeschichte. Gedreht mit Laiendarstellern in den Straßen und Hinterhöfen von Rom wird der Blick auf die soziale Wirklichkeit im verarmten Nachkriegsitalien gelenkt. Die Geschichte ist so einfach wie exemplarisch: Dem jungen arbeitslosen Vater Antonio Ricci wird das Fahrrad gestohlen, das er für seinen neuen Job braucht. Auf der Suche danach durchstreift er mit seinem kleinen Sohn Bruno die armen Viertel der Stadt und trifft auf noch elendere Verhältnisse als er sie kennt. Am Ende wird er selbst zum Dieb und sein Sohn Zeuge der Erniedrigung seines Vaters und einer harten Welt ohne Mitleid. So besticht De Sicas Film bis heute durch die substantielle Kritik an den bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen, durch seinen scharfen Realismus und seine für die Zeit wegweisende humanistische Haltung.

Italien 1948; Regie: Vittorio De Sica; Buch: Cesare Zavattini, Vittorio De Sica u.a., nach dem gleichnamigen Roman von Luigi Bartolini; Kamera: Carlo Montuori; DarstellerInnen: Lamberto Maggiorani, Enzo Staiola, Lianella Carell, Gino Saltamerenda, Vittorio Antonucci u.a.; (DCP; 1:1,37; Schwarzweiß; 93min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Di 04.08. Open Air Kino im Zeughaus

ROMA CITTÀ APERTA

ROM, OFFENE STADT

R: Roberto Rossellini / OmU

Wenn es so etwas wie die Poesie der Menschlichkeit geben sollte, dann in Roberto Rossellinis ROMA CITTÀ APERTA von 1945. Rossellini und seine Drehbuchschreiber, darunter Fellini, teilen die Welt nicht in gute Italiener und schlechte Deutsche ein. Sondern in Verbrecher und Alltagsmenschen, die in entscheidenden Momenten das Richtige tun.
März 1944: Gejagt von der Gestapo findet Giorgio Manfredi, der Anführer des antifaschistischen Widerstands, Unterschlupf bei Pina, der Verlobten seines Freundes Francesco. Als sie entdeckt werden, flieht Manfredi und Francesco wird am Morgen seiner Hochzeit mit Pina verhaftet.
Nur zwei Monate nach dem Abzug der Nazis aus Rom beginnt Rossellini mit den Arbeiten an diesem Film, der zum ehernen Synonym für Neorealismus avanciert. Gedreht in realen Straßen und Wohnungen, mit zwei professionellen Akteuren, umgeben vom Kollektiv der Laien, die gestern noch Beteiligte oder Zeugen der Geschehnisse waren. Zu den zerstörten Studios gesellen sich ­deso­lates Material, fehlendes Geld, primitive Technik und chaotische Umstände. Aus all dem der heftige Atem der Realität, der ROMA CITTÀ APERTA umweht. Eine Würdigung der resistenza, jener „Armee des Untergrunds”, in der ­Marxisten und Priester Seite an Seite gekämpft haben. (nach: H.T., Filmmuseum)
Der Film wurde von der Cineteca di Bologna digital restauriert, auf Basis des verschollen geglaubten – und 2004 wiedergefundenen – Original-Negativs.

Italien 1945; Regie: Roberto Rossellini; Buch: Sergio Amidei, Alberto Con­­siglio & Federico Fellini; Kamera: Ubaldo Arata; Musik: Renzo Ros­sellini; DarstellerInnen: Aldo Fabrizi, Anna Magnani, Marcello Pagliero, Vito Annichiarico, Nando Bruno, Harry Feist u.a.; (DCP – von 35mm übertragen; 1:1,37; Schwarzweiß; 100min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UN­TER­TITELN).

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Mi 05.08. Open Air Kino im Zeughaus

HABEMUS PAPAM

EIN PAPST BÜXT AUS

R: Nanni Moretti / OmU

Wenn ein Papst stirbt, wird nach jahrhundertealter Tradition ein Kardinal in dem Konklave zum neuen Pontifex gewählt. Weißer Rauch steigt aus der Sixtinischen Kapelle auf und die versammelte Menschenmenge will endlich ihrem Oberhaupt zujubeln. Kardinal Melville jedoch erleidet einen Nervenzusammenbruch: Er will überhaupt nicht Papst sein. Er hat zwar nicht den Glauben an Gott verloren, aber den an sich selbst. Um ihn wieder zu finden, verlässt er den Vatikan und läuft ziellos in den Straßen Roms umher. Auf dem Weg trifft er eine Theatergruppe, die Tschechows „Möwe” probt. Währenddessen befinden sich die päpstlichen Mitarbeiter im Vatikan in heller Aufregung. Sie müssen den wartenden Gläubigen endlich einen Papst präsentieren.
„Das stilsichere Werk ist mehr Komödie als Satire, selbst wenn einige bissige Spitzen zu finden sind. Die Kunst besteht hier darin, die dramatische Fallhöhe trotz des komischen Grundtons nicht zu vernachlässigen. Akribisch zeichnet Moretti das Zeremoniell des Konklave nach, ohne es satirisch anzugreifen oder zur Belustigung freizuzugeben. Er hat Re­­spekt, selbst wenn er nicht daran glaubt.” (Carsten Baumgardt, filmstarts.de)

Italien 2011; Regie & Buch: Nanni Moretti; Kamera: Alessandro Pesci; Musik: Fran­co Piersanti; DarstellerInnen: Michel Piccoli (Papst), Jerzy Stuhr (Presse­sprecher), Renato Scarpa (Kardinal Gregori), Nanni Moretti (Psychologe), Mar­gherita Buy (Psychologin) u.a.; (DPC; 1:1,85; Farbe; Dolby SRD; 102min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Do 06.08. Open Air Kino im Zeughaus

MAN SPRICHT DEUTSH

R: Hanns Christian Müller

Familie Löffler gehört zu jenen Menschen, die Jahr für Jahr auf ein paar Wochen Paradies - den Urlaub im Süden - hinsparen und es sich dann selbst gründlich zur Hölle machen.

Deutschland 1988; Regie: Hanns Christian Müller; Buch: Hanns Christian Müller & Gerhard Polt; Kamera: James Jacobs; DarstellerInnen: Gerhard Polt (Erwin Löffler), Gisela Schneeberger (Irmgard Löffler), Dieter Hildebrandt (Dr. Friedhelm Eigenbrodt) u.a.; (DCP; 1:1,66; Farbe; 84min).

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Fr 07.08. Open Air Kino im Zeughaus

UNA GIORNATA PARTICOLARE

EIN BESONDERER TAG

R: Ettore Scola / OmU

Im Mai 1938 trifft Adolf Hitler mit dem italienischen Premierminister Benito Mussolini in Rom zusammen. Während Emanuele (John Vernon) – ein glühender Befürworter des Faschismus – mit den Kindern in die Stadt fährt, um der Parade zu beizuwohnen, begegnen einander im heruntergekommenen Wohnblock Emanueles Ehefrau Antonietta (Sophia Loren) und der Nachbar Gabriele (Marcello Mastroianni), der beim Radio arbeitete und gerade entlassen wurde. In dem immer intensiver werdenden Gespräch kommt auch die politische Überzeugung von Gabriele zur Sprache, und Antonietta ist zunächst erschüttert, als sie herausfindet, dass Gabriele homosexuell ist. Schnell wird ihr allerdings bewusst, dass seine sexuellen Neigungen und seine unerwünschten politischen Ansichten nicht nur der Grund für seine Entlassung sind, sondern auch für seine geplante Deportation nach Sardinien.
Die Schauplätze des gesamten Films sind zwei Wohnungen, ein Treppenhaus und eine Terrasse. Dennoch schafft es Ettore Scola mit dieser tiefgreifenden Erzählung vom Aufeinandertreffen zweier verschiedener und sich doch so naher Menschen die Tür zu einer ganzen Welt zu öffnen: er entwirft in seinem Meisterwerk ein Spiegelbild der italienischen Gesellschaft der 1930er Jahre. Die beiden brillant interpretierten Hauptcharaktere verkörpern eine ideologisch durchdrungene Gesellschaft, deren Werte auf den Pfeilern der Familie und den spezifischen Geschlechterrollen aufbauen, zum anderen aber auch die andere Seite der Medaille: politische Rebellion und Devianz von der Norm des „perfekten Italieners“. (filmclub bozen)

Italien 1977; Regie: Ettore Scola; Buch: Ruggero Maccari, Ettore Scola & Maurizio Costanzo; Kamera: Pasqualino De Santis; Musik: Armando Trovajoli; DarstellerInnen: Sophia Loren (Antonietta Taberi), Marcello Mastroianni (Gabriele), John Vernon (Emanuele Taberi) u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 106min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Sa 08.08. Open Air Kino im Zeughaus

UNA QUESTIONE PRIVATA

EINE PRIVATE ANGELEGENHEIT

R: Paolo & Vittorio Taviani / OmU

In Italien – und nicht nur dort – prägen rechte Populisten derzeit wieder die Politik. Davon, wohin das auch in ihrem Land geführt hat, haben die Gebrüder Paolo und Vittorio Taviani in Filmen erzählt, die das europäische Autorenkino mitgeprägt haben, allen voran in «La notte di San Lorenzo». Was schleichend sich etablierte, endete im Faschismus und im Zweiten Weltkrieg. Höchste Zeit, sich zu besinnen.
Es ist, als wollten die beiden daran erinnern, wenn sie in «Una questione privata» noch einmal in die Zeit des Widerstands gegen die Faschisten blenden. Sie tun es auf der Basis des 1963 erschienenen autobiografischen Romans von Beppe Fenoglio, der seinerseits zu Italiens Schlüsselwerken gehört. Zwei Freunde haben die selbe Frau angebetet und leben nun im Nebel einer Zeit, in der niemand sicher sein kann, ob der andere Freund oder Verräter ist. In einprägsamen Bildern und einem unaufgeregten Rhythmus zeigen Paolo und Vittorio Taviani, dass am Ende die Liebe und die Freundschaft zählen. Gleichzeitig führen sie vor Augen, wie das Gedankengut der Populisten in die Irre führt. Eine der verrücktesten Figuren im Film ist ein todgeweihter Gefangener, der in den Bergen mit einem Schlagzeug-Singsang durchdreht. «Una questione privata» wirkt melancholisch wie das Echo einer anderen Erzählzeit, in der sich Paolo und Vittorio Taviani vom Neorealismo entfernt haben, um eine filmische Wirklichkeit zu schaffen, die nach aussen nicht real sein muss, sich dafür umso stärker nach innen entfaltet. (Walter Ruggle)

Italien 2017; Regie: Paolo & Vittorio Taviani; Buch: Paolo & Vittorio Taviani, nach einem Roman von Beppe Fenoglio; Kamera: Simone Zampagni; DarstellerInnen: Luca Marinelli (Milton), Lorenzo Richelmy (Giorgio), Valentina Bellè (Fulvia) u.a.; (DCP; Farbe; 106min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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So 09.08. Open Air Kino im Zeughaus

DON’T LOOK NOW

WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN

R: Nicholas Roeg / OmU

Ein durch erlesene Bildkomposition bestechender, "sanfter" Horrorfilm, der mit der Dialektik zwischen Zufall und Schicksal spielt. Don’t look too deep. Denn es ist gespenstisch in Venedig.

GB/I 1973; Regie: Nicholas Roeg; Buch: Allan Scott & Chris Bryant, nach einer Geschichte von Daphne Du Maurier; Kamera: Anthony B. Richmond; DarstellerInnen: Julie Christie (Laura Baxter), Donald Sutherland (John Baxter), Hilary Mason (Heather) u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 110min; englisch-italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Mo 10.08. Open Air Kino im Zeughaus

ROMA

R: Federico Fellini / OmU

Fellini filmt Rom. Was besagen will: er erfindet, erschafft Rom neu. Ein Kunstgebilde, eine Studiokreation, filmisch erzeugte Illusion, um die Wirklichkeit so zu zeigen, wie sie ist – eine Erfahrung, besser noch: ein ganzer Wald von Erfahrungen, von Fellini während vierzig Jahren gemacht und im Laufe eines halben Jahres filmend wiedergefunden, also hervorgebracht. Rom, eine Schnitte Metropolis aus dem Kuchen der Unendlichkeit. Nähe und Ferne. Vertrautheit und Geheimnis. Die Stadt als bukolischer Mutterbauch und als Irritation. Urbanes Landleben und Feste des Essens auf ­offener Straße unterm Nachthimmel. Verkehrsapokalypse, antikes Fresko, Music Hall, Bordell und Palazzo. Fellini reiht Perle an Perle zu einer hinreißenden Kette aus Satiren und Zoten, Erinnerungen und Extravaganzen. So ist Roma eine visionäre Vedute und Triumph zügellos schweifender Filmimagination, die nie suchen muss, sondern ständig findet oder erfindet. (H.T., filmmuseum.at)

Italien 1972; Regie: Federico Fellini; Buch: Federico Fellini & Bernardino Zapponi; Kamera: Giuseppe Rotunno; DarstellerInnen: Peter Gonzales Falcon (Fellini im Alter von 18), Fiona Florence (Dolores, junge Prostituierte), Britta Barnes, Pia De Doses (Princess Domitilla) u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 120min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Di 11.08. Open Air Kino im Zeughaus

LE MANI SULLA CITTÀ

HÄNDE ÜBER DER STADT

R: Francesco Rosi / OmU

Nottola ist Bauunternehmer und zugleich Abgeordneter der „Rechten” im Stadtparlament von Neapel. Er benützt seinen politischen Einfluss dazu, von ihm billig gekauftes Landwirtschaftsland am Stadtrand durch die Stadt umwidmen und für ein riesiges Siedlungsprojekt erschließen zu lassen, für das er auch noch staatliche Zuschüsse bekommt.
Als in der Innenstadt neben einer seiner Baustellen ein mangelhaft gesicherter Altbau einstürzt und zahlreiche Bewohner unter sich begräbt, verlangen die „Linken” durch ihren Abgeordneten De Vita eine Untersuchung.
Neben Abwehr der „Rechten” und schon fast verdächtig einhelligem Beifall bei der Koalition „Centro-Sinistra” fand LE MANI SULLA CITTÀ auch massive Kritik bei der äußersten Linken, die ihn als reformistisch ablehnten.
Inwiefern der Film so aufgefasst werden konnte, ist inzwischen schwer verständlich, demonstriert er doch eben ein System, dessen Funktionieren durch Idealisten à la De Vita nicht zu verhindern ist. (nach Hanser, Reihe Film 28)

Italien 1963; Regie: Francesco Rosi; Buch: Francesco Rosi, Raffaele Capria, Enzo Forzella, Enzo Provenzale, nach einem Stoff von Francesco Rosi & La Capria; Kamera: Gianni Di Venanzo; Musik: Piero Piccioni; DarstellerInnen: Rod Steiger (Edoardo Nottola), Salvo Randone (De Angelis), Guido Alberti (Maglione), Marcello Cannavale (Nottolas Freund), Dante Di Pinto (Kommissionsvorsitzender), Guido Alberti (Maglione), Angelo D’Alessandro (Balsamo), Terenzio Cordova (Polizeikommissar) u.a.; (DCP; Schwarzweiß; 105min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Mi 12.08. Open Air Kino im Zeughaus

IL DECAMERON

R: Pier Paolo Pasolini / OmU

„Warum Kunst machen, warum nicht einfach von ihr träumen”, fragt sich Giotto, gespielt von Pier Paolo Pasolini selbst, in einer Szene des Films. Nach seinen allegorisch verklausulierten Filmen der Sechziger Jahre findet Pasolini mit Boccaccios „Decameron” einen neuen Mate­rialsteinbruch. Seinen zwingenden Fragen, den Fragen nach dem – mit Adorno – richtigen Leben im falschen, bleibt er allerdings treu. Seine Hoffnungen setzt er diesmal in gelebte Körperlichkeit. Aus Boccaccios Novellensammlung greift Pasolini neun heraus und dreht einen vulgär-fröhlichen Episodenfilm. Er erzählt beispielsweise vom naiven An­­dreuccio, der, aus dem Norden kommend, von den hinterfotzigen Bewohnern Neapels sprichwörtlich bis aufs letzte Hemd ausgezogen wird; Er erzählt von lüsternen Ordensfrauen und von blauäugigen Ehe­männern und untreuen Ehefrauen; Kurz: Pasolinis setzt in seinem DECAMERON auf erotisch Lebensvolles, Antiklerikales, Aufmüpfiges, auf Zauberei und folkloristisches Singsang, auf Sex und Gaunerei und auf die wirkmächtige Bildsprache der Renaissancemalerei. Dafür gab es 1971 einen Silbernen Bären bei der Berlinale.

Italien, Frankreich, Deutschland 1970/71; Regie & Buch: Pier Paolo Pasolini, nach „Il decameron” von Giovanni Boccaccio; Kamera: Tonino Delli Colli; Musik­auswahl: Ennio Morricone & Pier Paolo Pasolini; DarstellerInnen: Franco Citti (Cepparello/Ciappelletto), Ninetto Davoli (Andreuccio), Jovan Jovanovic (Rustico), Vincenzo Amato (Massetto), Giuseppe Zigaina (Beichtvater), Pier Paolo Pasolini (Giotto) u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; Mono; 112min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Do 13.08. Open Air Kino im Zeughaus

NAPOLI VELATA

DAS GEHEIMNIS VON NEAPEL

R: Ferzan Ozpetek / OmU

Die Gerichtsmedizinerin Adriana trifft auf einer Abendgesellschaft bei ihrer Tante Adele den attraktiven und geheimnisvollen Andrea, den sie mit in ihre Wohnung nimmt. Nach einer leidenschaftlichen Nacht verabreden sie sich für den Nachmittag, doch Andrea erscheint nicht. Am nächsten Morgen liegt seine verstümmelte Leiche auf Adrianas Seziertisch. Die Spur führt zu Kunstfälschern in der neapolitanischen High Society. Zwei unnahbare Schwestern sorgen ebenso für Irrita­tionen wie der Polizist Antonio, der sich in Adriana verliebt.
Das Mysterium einer alten Stadt trifft nicht zum ersten Mal auf einen Filmcharakter, der sich in ihren Gassen verläuft, während diese immer mehr seinem seelischen Labyrinth gleichen. Bereits in ISTAN­BUL KIRMIZISI ließ der in der Türkei geborene und seit langem in Ita­lien lebende Ozpetek eine ähnlich geheimnisvolle Atmosphäre entstehen. (aus: kino-zeit.de; programmkino.de; film-rezensionen.de)

Italien 2017; Regie: Ferzan Ozpetek; Buch: Gianni Romoli, Valia Santella, Ferzan Ozpetek; Musik: Pasquale Catalano; Schnitt: Leonardo Alberto, Mo­schetta; Kamera: Filippo Corticelli; DarstellerInnen: Adriana (Giovanna Mez­zo­giono), Alessandro Borghi (Andrea, Luca), Biagio Forestieri (Antonio) u.a.; (DCP; 1:2,35; Farbe; 113min; italienisch-neapolitanische ORIGINAL­FASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Fr 14.08. Open Air Kino im Zeughaus

IL COLORE NASCOSTO DELLE COSE

DIE GEHEIMEN FARBEN DER LIEBE

R: Silvio Soldini / OmU

Teo weiß sich selbst bestens in Szene zu setzen. Als kreativer Kopf einer angesagten Werbeagentur springt der attraktive Mittvierziger nicht nur zwischen verschiedenen Kunden, sondern auch zwischen Freundin und Affäre mit Leichtigkeit hin und her. Bis er eines Tages der selbstbewussten Emma – der blinden Frau mit der wunderschönen Stimme – begegnet. Im Gegensatz zu Teo weiß Emma, was sie will, hat tolle Freun­din­ nen und meistert ihren Alltag und ihre Arbeit als Osteopathin dank ihrer Leidenschaft und Hingabe. Fasziniert von Emmas ganz anderer Wahrnehmung der Welt, lässt sich Teo auf eine Affäre ein.
Silvio Soldini (PANE E TULIPANI) zeigt sein Gespür dafür, die magischen Momente einer Liebe einzufangen. Der Film sprüht vor italienischem Charme und bringt ein ernstes Thema mit viel Feingefühl und leiser Ironie auf die Leinwand. Adriano Giannini und Valeria Golino spielen ein berührendes, ungewöhnliches und inspirierendes Liebespaar.
(aus: polyfilm.at)

Italien/Schweiz 2017; Regie: Silvio Soldini; Buch: Davide Lantieri, Doriana Leondeff & Silvio Soldini; Kamera: Matteo Cocco; Musik: Gianluigi Carlone; Dar­stellerInnen: Valeria Golino (Emma), Adriano Giannini (Teo), Arianna Scom­megna (Patti), Laura Adriani (Nadia), Anna Ferzetti (Greta), Andrea Pen­nacchi (Paolo), Beniamino Marcone (Flavio), Mattia Sbragia (Vittorio) u.a.; (DCP; 1:2,20; Farbe; 117min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUT­SCHEN UNTERTITELN).

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Sa 15.08. Open Air Kino im Zeughaus

AMARCORD

R: Federico Fellini / OmU

Die bildgewaltige Familiengeschichte AMARCORD gehört zu den erfolgreichsten Filmen des italienischen Meisterregisseurs Federico Fellini. Aus der Perspektive eines neugierig-staunenden 16-jährigen Jungen präsentiert der Film ein Panoptikum skurriler Charaktere, ein Kaleidoskop ebenso amüsanter wie erschreckender Momentaufnahmen eines Italiens zur Zeit des Faschismus. Aus den zahlreichen Episoden entwickelt Fellini das Stimmungs- und Sittenbild einer Epoche. Obwohl quasi allgemeingültig, lässt schon der Titel keinen Zweifel am persönlichen Bezug: „A m’arcord“ bedeutet im Dialekt der Emilia Romagna „Ich erinnere mich.“
Federico Fellini: „Ich wollte einen zugleich komischen und tragischen Film machen, der indirekt ein Porträt der italienischen Gesellschaft ist. Die kleine Stadt, die ich erfunden habe, repräsentiert die ewige Provinz der Seele, den Ort, an dem die Abwesenheit der Kultur das Verbindende aller kollektiven Defekte ist.“

Italien 1973; Regie: Federico Fellini; Buch: Federico Fellini, Tonino Guerra; Kamera: Giuseppe Maccari, Massimo di Venanzo, Roberto Aristarco; DarstellerInnen: Bruno Zanin (Titta), Pupella Maggio (Tittas Mutter), Armando Brancia (Tittas Vater), Nando Orfei (Pataca) u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 127min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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So 16.08. Open Air Kino im Zeughaus

INNAMORATO PAZZO

GIB DEM AFFEN ZUCKER

R: Franco Castellano & Giuseppe Moccia / OmU

Barnaba Cecchini (Adriano Celentano) ist der etwas flippige Fahrer des römischen Stadtrundfahrt-Bus Nr. 29. Cristina (Ornella Muti), Prinzessin des total abgebrannten Kleinstaats Saint-Toulipe, reißt bei einem Rom-Besuch ihren königlichen Eltern aus und besteigt den Bus des temperamentvollen Barnaba, um die ewige Stadt zu besichtigen. Kaum sieht Barnaba die exotische Schönheit, wird aus dem braven Busfahrer ein liebestoller Casanova. Im Tiefflug und zum Schrecken aller kurvt er die Angebetete wild durch das Verkehrsgewühl der Großstadt. Noch weiß er aber nicht, dass Cristina eine Prinzessin ist... (aus: spielfilm.de)

Italien 1981; Regie & Buch: Franco Castellano & Giuseppe Moccia; Kamera: Danilo Desideri; DarstellerInnen: Adriano Celentano (Barnaba Cecchini), Ornella Muti (Principessa Cristina), Adolfo Celi (Gustavo VI di San Tulipe) u.a.; (DCP; 1:1,85; 102min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Mo 17.08. Open Air Kino im Zeughaus

LA TIGRE E LA NEVE

DER TIGER UND DER SCHNEE

R: Roberto Benigni / OmU

Attilio de Giovanni, Schriftsteller und Dozent für Dichtkunst und Poetik, ist ein motorisch überdrehter Typ. Seine Studenten mögen den unkonventionellen Lehrer, der in ihnen die Liebe zum Wort weckt. Die Liebe treibt ihn auch dazu, die schöne Vittoria auf Schritt und Tritt zu verfolgen. Die fühlt sich aber weniger geschmeichelt als genervt und versucht, ihn abzuschütteln. Selbst der Erfolg seines Gedichtbandes „Der Tiger und der Schnee” stimmt sie nicht gnädiger. Als er ihr erneut auf die Pelle rückt, macht sie ihm das „Versprechen”, sollte sie mal einen Tiger im Schnee in Rom treffen, wäre das ein Wink des Schicksals.
„Es kümmert Benigni herzlich wenig, ob die Ereignisse in seinen Filmen wahrscheinlich oder auch nur möglich sind. Der Film lässt nie einen Zweifel daran, dass es sich hier ausschließlich um ein Märchen handelt. Und wer sich auf dieses Märchen einlässt, der wird – neben aller Überdrehtheit – wahrhaftig in eine Welt entführt, in der nahezu alles möglich ist.” (www. kino-zeit.de)

Italien 2005; Regie: Roberto Benigni; Buch: Vicenzo Cerami, Roberto Benigni; Kamera: Fabio Cianchetti; Musik: Nicola Piovani, Tom Waits, Kathleen Brennan; DarstellerInnen: Roberto Benigni (Attilio), Nicoletta Braschi (Vittoria), Jean Reno (Fuad), Tom Waits, Emilia Vox (Nancy), Gianfranco Varetto (Anwalt Scuotilancia), Guiseppe Battiston (Ermanno) u.a.; (DCP; 1:2,35; Farbe; Dolby SRD; 114min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Di 18.08. Open Air Kino im Zeughaus

PANE E TULIPANI

BROT UND TULPEN

R: Silvio Soldini / OmU

Ein kleines Malheur – und schon fährt der Bus mit der Reisegesellschaft weiter. Zurück bleibt Rosalba, Hausfrau aus Pescara. Ihr Mann und ihre beiden Söhne bemerken lange nicht, dass sie fehlt.
Rosalba hält Autos an, um nach Hause zu reisen. Einer der Fahrer fährt nach Venedig: Da war sie noch nie, morgen ist Sonntag – also, warum nicht? Sie sucht eine Bleibe für die Nacht und findet Fernando, einen romantischen Feingeist und Kellner (Bruno Ganz), der sie bei sich unterbringt. Am nächsten Tag findet sie sogar einen Job bei einem alten anarchistischen Blumenhändler.
Für Rosalba beginnt ein neues Leben, kurzfristig und vorübergehend, eine Auszeit, in der ihre Missgeschicke abnehmen und ihr Glück wächst. Sie findet eine neue Freundin, die Masseurin Grazia – und nichts kann die Idylle stören. Auch der Amateurdetektiv Constantino nicht, den ihr Mimmo hinterherschickt. Über alle legt sich der Zauber, der Venedig allgemein nachgesagt wird. Und die Gedanken an Mimmo verblassen.
„Soldini lässt Sehenswürdigkeiten und Gondoliere beiseite, er zeigt die verwinkelten Gassen und düsteren Kammern des Stadtlabyrinths als Seelenlandschaft der Erwartung. Rosalba sucht nach ihrer verloren gegangenen Lebensmelodie, und das rätselhafte, verwunschene Venedig hilft ihr dabei. Vielleicht kann man eine solch märchenhaft wahre Emanzipationskomödie nur in Venedig drehen.” (Rainer Gansera)

Italien 2000; Regie: Silvio Soldini; Buch: Doriana Leondoff, Silvio Soldini; Kamera: Luca Bigazzi; Schnitt: Carlotta Cristiani; Musik: Giovanni Venosta; DarstellerInnen: Giuseppe Batiston (Constantino), Antonio Catania (Mimmo), Bruno Ganz (Fernando), Licia Maglietta (Rosalba) u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 118min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Mi 19.08. Open Air Kino im Zeughaus

TUTTO QUELLO CHE VUOI

ALLES WAS DU WILLST

R: Francesco Bruni / OmU

Alessandro hängt den ganzen Tag mit seinen Freunden auf der Piazza rum. Widerwillig nimmt er auf Druck seines Vaters einen Job an: Er soll den 85-jährigen Giorgio auf Spaziergängen begleiten, einen Dichter, der von seiner Umwelt längst vergessen worden ist. Die Begegnung mit dem Alten, dem die zunehmende Alzheimer-Krankheit die Klarsicht, nicht aber Würde und Eleganz geraubt hat, verändert Alessandro, ohne dass es ihm und seinen Freunden bewusst wird. Auch nicht, als sie entdecken, dass Giorgio sie zu einem Schatz aus den Zeiten des Zweiten Weltkriegs führen kann, den US-Soldaten bei Kriegsende in der Toskana versteckt haben sollen.
Francesco Bruni ist mit seinem Regiedebut SCIALLA – EINE GESCHICHTE AUS ROM noch in bester Erinnerung. Sein neuer Film ist eine liebevolle und stimmige Komödie. Wunderbar auch die Wiederbegegnung mit Giuliano Montaldo, einem der Altmeister des italienischen Kinos, der mit SACCO UND VANZETTI Filmgeschichte geschrieben hat. Hier glänzt er in der Rolle des alten Poeten, dessen Wunderlichkeiten eine tiefe Humanität ausstrahlen. (nach: Nuovo Cinema Italia 2019)

Italien 2017; Regie & Buch: Francesco Bruni; Kamera: Arnaldo Catinari; Musik: Carlo Virzì; DarstellerInnen: Andrea Carpenzano (Alessandro), Giuliano Montaldo (Giorgio), Donatella Finocchiaro (Claudia), Emanuele Propizio (Tommi), Arturo Bruni (Riccardo) u.a.; (DCP; 1:2,39; Farbe; 106min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Do 20.08. Open Air Kino im Zeughaus

LA VITA È BELLA

DAS LEBEN IST SCHÖN

R: Roberto Benigni / OmU

„Nicht das, was wahr ist, ist schön, sondern das, was schön ist, ist wahr” – dieser Satz ist Leitmotiv in DAS LEBEN IST SCHÖN. Der Film, der um 1940 vor dem Hintergrund von Faschismus und Antisemitismus in Italien spielt, ist eine Gratwanderung zwischen Horror und absurder Komik, ein hohes Lied auf den jüdischen Humor und auf den unerschütterlichen Glauben an die Schönheit des Lebens, der in der Vergangenheit immer wieder Menschen die Kraft zum Widerstand gab. „Mit seinem humoristisch verfremdeten Ansatz gelingt es Benigni verblüffenderweise, den Greueltaten der Nazis jene Unfassbarkeit zurückzugeben, die sie in konventionelleren Formen von dokumentarischer oder künstlerischer Überlieferung teilweise eingebüßt haben.” (zoom 8/98)

Italien 1998; Regie: Roberto Benigni; Buch: Vincenzo Cerami & Roberto Benigni; Kamera: Tonino Delli Colli; Musik: Nicola Piovani; DarstellerInnen: Roberto Benigni (Guido), Nicoletta Braschi (Dora), Giorgio Cantarini (Giosue), Horst Buchholz (Dr. Lessing), Marisa Paredes (Doras Mutter) u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; Dolby; 124min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Fr 21.08. Open Air Kino im Zeughaus

IL POSTINO

DER POSTMANN

R: Michael Radford / OmU

Pablo Neruda, auf einer kleinen italienischen Insel im Exil, heuert den Sohn eines armen Fischers an, ihm die Post persönlich zuzustellen. Postbote Mario Ruoppolo führt bis zu diesem Zeitpunkt ein eher bescheidenes Leben, doch er träumt schon lange von großen Dingen. Zwischen ihm und dem Schriftsteller entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, von der vor allem Mario profitiert: Er beginnt, sich für Poesie zu interessieren, und schafft es sogar, seine große Liebe Beatrice Russo mit seinen Gedichten zu beeindrucken.

Frankreich/Italien/Belgien 1994; Regie: Michael Radford; Buch: Michael Radford, nach einem Roman von Antonio Skármeta; Kamera: Franco Di Giacomo; DarstellerInnen: Philippe Noiret (Pablo Neruda), Massimo Troisi (Mario Ruoppolo), Maria Grazia Cucinotta (Beatrice Russo) u.a.; (DCP; Farbe; 104min; italienisch-spanische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Sa 22.08. Open Air Kino im Zeughaus

ACHTEINHALB

R: Federico Fellini / OmU

Filmregisseur Guido Anselmi befindet sich privat und künstlerisch in einer tiefen Krise. Genervt von seinen Produzenten, seiner Frau und seiner Geliebten, versucht er Inspiration für seinen nächsten Film zu finden. Während er den Drehbeginn immer wieder aufschiebt, reflektiert er über seine Kindheit, seine Beziehungen zu Frauen, sein Verhältnis zur Kunst und die Missstände in der Filmbranche. Dabei kommen seine Ängste, Träume und verdrängten Komplexe aus dem Unterbewusstsein zum Vorschein bis Traum und Wirklichkeit verschwimmen. (aus: babylonberlin.eu)
In seinem ebenso amüsanten wie vielschichtigen Selbstporträt geht Fellini schonungslos mit seinesgleichen und dem Kino ins Gericht; ein Dokument der Ratlosigkeit, zugleich aber auch ein Stück filmischer Selbsttherapie. Ein klug durchdachter "Film im Film", der in die Vision einer solidarischen, erlösten Welt mündet. (filmdienst.de)

Italien 1963; Regie: Federico Fellini; Buch: Federico Fellini, Tullio Pinelli, Ennio Flaiano & Brunello Rondi; Kamera: Gianni Di Venanzo; DarstellerInnen: Marcello Mastroianni (Guido Anselmi), Claudia Cardinale (Claudia), Anouk Aimée (Luisa Anselmi) u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 138min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN)

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So 23.08. Open Air Kino im Zeughaus

LA NOTTE

DIE NACHT

R: Michelangelo Antonioni / OmU

Es mag zwar nur ein kurzer Auftritt sein, den Bernhard Wicki zu Beginn des Films als sterbender Schriftsteller Tommaso hinlegt, der von seinen Freunden Giovanni und Lidia im Krankenhaus besucht wird – doch sind diese Minuten bestimmend. Eine Beziehung, die sich in Auflösung befindet, geradezu mikroskopisch von allen Seiten betrachtet und untersucht in nur einer einzigen, titelgebenden Nacht. Antonioni verzichtet auf klassische Erzähldramaturgie, Psychologisierung oder Erklärungen, er verfolgt die Bewegungen seiner Figuren wie auf einem Schachbrett, von einer Position zur nächsten. Vom Krankenhaus führt der Weg über prunkvolle Partys und Empfänge in die tristen Vororte Mailands – man verliert sich und begegnet sich doch wieder, vielleicht, im nächsten Morgengrauen. (Florian Widegger, filmarchiv.at)

Italien/Frankreich 1961; Regie: Michelangelo Antonioni; Buch: Michelangelo Antonioni, Ennio Flaiano, Tonino Guerra; Kamera: Gianni Di Venanzo; DarstellerInnen: Marcello Mastroianni (Giovanni Pontano), Jeanne Moreau (Lidia Pontano), Monica Vitti (Valentina Gherardini), Bernhard Wicki (Tommaso Garani) u.a.; (DCP; 1:1,66; Schwarzweiß; Mono; 122min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Mo 24.08. Open Air Kino im Zeughaus

SATYRICON

R: Federico Fellini / OmU

Die Römer Encolpius und Ascyltus rivalisieren um die Gunst des Lustknaben Gitone. Sie nehmen an dem in einem Thermalbad stattfindenden Gastmahl des reichen Trimalchio teil, irren durch Vorstädte und Hurenhäuser und erleben ein Scheinbegräbnis des Hausherrn. An einem Strand erwacht, werden sie auf das Piratenschiff des Lichas von Tarent geschleppt. Gerettet, erleben sie mit einer orientalischen Sklavin die Liebe zu dritt. Sie rauben einen als Orakel tätigen Hermaphroditen, der in ihren Armen stirbt. Durch Sümpfe gelangen sie zur dicken Zauberin Oenethea. Ascyltos stirbt, Encolpius will abreisen.
Auf dem Romanfragment von Petronius basierende erotische Abenteuer zweier Römer, die um die Gunst des schönen Knaben Giton werben. Der entscheidet sich für Ascyltus, worauf der enttäuschte Encolpius Abwechslung bei orgiastischen Ausschweifungen sucht. Opulentes Monstrositäten- und Kuriositätenkabinett von Federico Fellini, der die dekadente Zeit Neros auferstehen lässt.
(aus: kino.de)

Italien/Frankreich 1969; Regie: Federico Fellini; Buch: Federico Fellini, Bernardino Zapponi, Brunello Rondi, nach einem Buch von Petronius; Kamera: Giuseppe Rotunno; DarstellerInnen: Martin Potter (Encolpio), Hiram Keller (Ascilto), Max Born (Gitone) u.a.; (DCP; 1:2,35; Farbe; 138min; italienisch-lateinische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Di 25.08. Open Air Kino im Zeughaus

LA GRANDE BELLEZZA

R: Paolo Sorrentino / OmU

Rom im sommerlichen Glanz. Jep Gamberdella – trotz der ersten Al­­te­rungserscheinungen ein attraktiver Mann mit unwiderstehlichem Charme – genießt das mondäne Leben der Stadt in vollen Zügen. Er ist auf allen Empfängen und Festen zu sehen, sein sprühender Geist und seine Gesellschaft sind sehr gefragt. Der erfolgreiche Journalist und unverbesserliche Verführer hat in seiner Jugend einen Roman geschrieben, der ihm einen Literaturpreis und den Ruf eines frustrierten Autors eingebracht hat. Er verbirgt seine Ratlosigkeit hinter einer zynischen, nüchternen Haltung und betrachtet die Welt mit bitterem Durchblick. Auf der Terrasse seiner Wohnung oberhalb des Kolosseums veranstaltet er Feste, bei denen sich „der menschliche Apparat” – so der Titel seines Romans – entblößt und die Komödie des Nichts zum Besten gibt. Doch Jep, der gleichgültige Beobachter, träumt manchmal davon, wieder zu schreiben, aber wird ihm das gelingen?
Niemand präsentiert die Symptome der Wohlstandsgesellschaft so elegant wie Paolo Sorrentino in LA GRANDE BELLEZZA, einer meisterhaften Hommage an Fellinis Filme LA DOLCE VITA und ROMA. Es ist ein grandioser Bilderbogen aus der Ewigen Stadt, in dem wir diesmal nicht Marcello Mastroianni folgen, sondern Toni Servillo als ebenso eloquentem wie zynischem Autor Jep Gambardella, einer Größe der Society. Opulent, phantasievoll, verspielt, eine reine Augenweide ist diese tiefe Verbeugung vor dem großen Fellini. (aus: arthouse.ch; nzz.ch)

Italien/Frankreich 2013; Regie: Paolo Sorrentino; Buch: Paolo Sorrentino & Umberto Contranello; Kamera: Luca Bigazzi; Schnitt: Cristiano Travaglioli; DarstellerInnen: Toni Servillo (Jep Gambardella), Carlo Verdone (Romano), Sabrina Ferilli (Ramona) u.a; (DCP; 1:2,35; Farbe; 142min; italienische ORI­GINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Mi 26.08. Open Air Kino im Zeughaus

IL TRADITORE

IL TRADITORE - ALS KRONZEUGE GEGEN DIE COSA NOSTRA

R: Marco Bellocchio / OmU

Von Jugend an in der Organisation verhaftet, gehörte Buscetta (Pierfrancesco Favino) eher der mittleren Ebene der sizilianischen Mafia an, und war in Brasilien tätig, als in Sizilien der zweite Mafiakrieg zwischen den rivalisierenden Clans Hunderte Opfer kostete - darunter auch die Söhne Buscettas. Nach seiner Verhaftung und letztlich erfolgten Auslieferung an Italien entschließt sich der Gangster angesichts seiner aussichtslosen Lage und des Wunsches, mit seiner bereits im Zeugenschutzprogramm befindlichen Familie wiedervereint zu werden, mit Giovanni Falcone zusammenzuarbeiten. Weniger der moralische Impetus als die eigene Perspektive ist Buscettas Triebfeder.
Tommaso Buscetta ist kein Sympathieträger, eher eine Mischung aus Macho und Gangster. Er ist kein moralischer Held, und doch geht auf seine Aussage die Verhaftung von 366 Mafiosi in den 80ern zurück.
Diesem Kronzeugen des Anti-Mafia-Kampfes hat Italiens Altmeister Marco Bellochio das Zeitgemälde und Biopic IL TRADITORE gewidmet. (viennale.at)

Italien/Frankreich/Deutschland/Brasilien 2019; Regie: Marco Bellocchio; Buch: Marco Bellocchio, Valia Santella u.a.; Kamera: Vladan Radovic; DarstellerInnen: Pierfrancesco Favino (Tommaso Buscetta), Luigi Lo Cascio (Totuccio Contorno), Fausto Russo Alesi (Giovanni Falcone) u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 145min; italienisch-sizillianisch-portugiesisch-englische ORI­GINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Do 27.08. Open Air Kino im Zeughaus

C’ERA UNA VOLTA IL WEST

ONCE UPON A TIME IN THE WEST (SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD)

R: Sergio Leone / OmU

Ein kleiner Bahnhof mitten im Westen. Drei Männer in langen Mänteln tauchen auf, bringen sich in Position und warten. Warten auf jemanden, der mit dem nächsten Zug anreisen soll. Der Zug kommt, und als er die Station wieder verlässt, ertönen Töne aus einer Mundharmonika. Ein Mann steht den Dreien gegenüber und nach kurzem Geplänkel liegen diese tot am Boden. „Harmonica“ hingegen macht sich mit den Pferden seiner Gegner auf den Weg, er ist auf der Suche nach Frank...

Italien/USA 1968; Regie: Sergio Leone; Buch: Sergio Donati & Sergio Leone, nach einer Geschichte von Dario Argento, Bernardo Bertolucci & Sergio Leone; Kamera: Tonino Delli Colli; Musik: Ennio Morricone; DarstellerInnen: Claudia Cardinale (Jill McBain), Henry Fonda (Frank), Jason Robards (Manuel „Cheyenne” Gutiérrez), Charles Bronson (Harmonica), Gabriele Ferzetti (Morton – Railroad Baron) u.a.; (DCP; 1:2,35; Farbe; 165min; englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Fr 28.08. Open Air Kino im Zeughaus

LA DOLCE VITA

R: Federico Fellini / OmU

Die Bestandsaufnahme einer sich im Amüsement verlierenden Gesellschaft des Überflusses. Fellinis Rigorismus zeigt Leere, Ekel, Überdruss und Einsamkeit unter der Oberfläche einer Welt, die sich feiert, als wäre sie ganz und heil: Fresko einer Epoche, vom lügenhaften Klischee als "glückliche fünfziger Jahre" verklärt. Atemlos hellwach beutelt Fellini die Wirklichkeit einer Großstadt wie ein schauriges, schäbiges Märchen in virtuosen Synkopen von Ekstase und Ernüchterung aus dem Ärmel. Roms Aristokratie spielt sich selbst, aber die Via Veneto ist im Studio errichtet. Mit Fellinis voll entfaltetem Stil optischer Unruhe und akustischer Beunruhigung korrespondiert das Zerbrechen der "Erzählung" in ein Mosaik nervöser Episoden. Dubios, hektisch, auseinanderstrebend bevölkern die Personen in heterogenen und schwarzweißen Breitwandkompositionen die Leinwand. Zentrifugaler Tanz der Chimären: Fellinis Macht, das Chaos, die mittelpunktlos verströmende Fülle an Leben in Bilder umzusetzen. (H.T., filmmuseum.at)

Italien/Frankreich 1960; Regie: Federico Fellini; Buch: Federico Fellini, Ennio Flaiano, Tullio Pinelli u.a.; Kamera: Otello Martelli; DarstellerInnen: Marcello Mastroianni (Marcello Rubini), Anita Ekberg (Sylvia), Anouk Aimée (Maddalena) u.a.; (DCP; 1:2,35; Schwarzweiß; 174min; italienisch-englisch-französisch-deutsche ORI­GINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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Sa 29.08. Open Air Kino im Zeughaus

A HIDDEN LIFE

EIN VERBORGENES LEBEN

R: Terrence Malick / OmU

EIN VERBORGENES LEBEN erzählt die reale Geschichte des österreichischen Bauern Franz Jägerstätter (August Diehl), der nach seiner Einberufung im Jahr 1943 den Kriegsdienst in der Wehrmacht aus religiösen Gründen verweigerte und deshalb wegen „Wehrkraftzersetzung” hingerichtet wurde. Während er auf sein Gerichtsverfahren und auf das unausweichliche Urteil wartet, wird seine Frau Fani (Valerie Pachner) in ihrem Heimatdorf geächtet, beschimpft und mit der harten ländlichen Arbeit allein gelassen. Beide werden zunehmend in die Einsamkeit gedrängt und haben doch gerade in ihrer Einsamkeit Anteil am Schicksal des jeweils anderen: eine plötzlich sich offenbarende Seelenverwandtschaft. Der gemeinsame Widerstand wird hier zum Grundstein einer tiefen, inneren Verbundenheit – und die Verbundenheit selbst zu einem Akt des Widerstands.
Ein leises und bewegendes Bekenntnis für eine Ethik des Widerstands und des reinen Gewissens. Mit: August Diehl, Valerie Pachner, Bruno Ganz, Karl Markovics, Franz Rogowski, Maria Simon, Ulrich Matthes, Matthias Schonaerts, Tobias Moretti, Sophie Rois.

Deutschland/USA 2019; Regie & Buch: Terrence Malick; Kamera: Jörg Widmer; DarstellerInnen: August Diehl (Franz Jägerstätter), Valerie Pachner (Franziska Jägerstätter), Bruno Ganz (Richter Lueben), Karl Markovics (Major), Franz Rogowski (Waldland), Maria Simon (Resie Schwaninger), Ulrich Matthes (Lorenz Schwaninger), Matthias Schonaerts (Herder), Tobias Moretti (Vikar Ferdinand Fürthauer), Sophie Rois (Tante Walburga) u.a.; (DCP; 1:2,35; Farbe & Schwarzweiß; 173min; englisch-deutsch-italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

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So 30.08. Open Air Kino im Zeughaus

ZORBA THE GREEK

ALEXIS SORBAS

R: Michael Cacoyannis / OmU

Basil hat auf Kreta ein Stück Land mit einem verlassenen Braunkohlebergwerk geerbt, mit dem er nun sein Glück versuchen will. Bei der Anreise trifft er auf Zorba, der ihm seine Hilfe anbietet. Doch das Bergwerk ist nicht mehr abbaufähig. Aber statt darüber zu trauern, lehrt Zorba Basil „seinen” Tanz, den Sirtaki. Auch heute noch atmet die vom Klang der Buzuki geprägte Musik von Mikis Theodorakis die Frische der Authentizität.
„Cacoyannis hat einen stilvollen Film geschaffen, dessen leise Intensität und konzessionslose Strenge beeindrucken." (Süddeutsche Zeitung)

USA/GR 1964; Regie & Buch: Michael Cacoyannis, nach der Romanvorlage „The Life and Times of Alexis Zorba” von Nikos Kazantzakis; Kamera: Walter Lassally; Musik: Mikis Theodorakis; DarstellerInnen: Anthony Quinn (Alexis Zorba), Alan Bates (Basil), Irene Papas (Witwe) u.a.; (DCP; 1:1,85; Schwarzweiß; Mono; 142min; englische ORGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

 

 







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Fr 31. Juli bis
So 30. August 2020