cinematograph 

Museumstraße 31   T 0 512 560470  50

leokino

Anichstraße 36   T 0 512 560470


Spielpan aller Filme des OPEN AIR KINO im Zeughaus vom 29. Juli bis 29. August 2021 und kostenloses Museumsprogramm vor Filmbeginn zum Download (3,2MB).

Eine Gemeinschaftsveranstaltung von cinematograph·leokino und den Tiroler Landes­museen. Gefördert von Stadt Innsbruck, Land Tirol, IVB und Innsbruck Tourismus.



OPEN AIR KINO im Zeughaus

Do 29. Juli bis So 29. August 2021

freie Platzwahl · freie Nasen · freier Eintritt

Kostenlose Karten, immer an den drei Tagen vor der Vorstellung, gibt’s hier:

Leokino, Anichstraße 36 und Cinematograph, Museumstraße 31 zu den Kinoöffnungszeiten

Zeughaus, Zeughausgasse 1 Di – So, 09 – 17 Uhr

Pro Person können maximal 4 Karten ausgegeben werden. Restkarten gibt es auch direkt vor Ort. Die Karten gelten für denselben Abend ebenfalls als IVB-Tickets (jeweils 1,5 Stunden vorab und danach). Für den Zutritt zum Open Air Kino wird weiterhin ein 3-G-Nachweis benötigt, im Innenhof des Zeughauses herrscht dann freie Platzwahl auf 750 Sitzplätzen. Für internationale Speiseschmankerl zum Filmgenuss sorgt Mezze mit einer eigenen Open Air Bar. Gespielt wird immer wenn es dunkel wird, natürlich bei jedem Wetter, denn die Lichtspiele sind wasserfest und sturmerprobt, und das Publikum ist es im 27. Jahr des Open Air Kinos auch! Wir freuen uns auf euch!


Filmstill zu JAZZ ON A SUMMER’S DAY, Regie: Bert Stern
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Do 29.07. um 21.30 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

JAZZ ON A SUMMER’S DAY

JAZZ AN EINEM SOMMERABEND

R: Bert Stern / OmU

1958 besuchte der Fotograf Bert Stern das Newport Jazz Festival und schuf seinen einzigen Film, seinen einzigartigen Film – Obacht, Mund zu und nicht Trenzen! In 4K restauriert vom Original-Negativ (also mega-Bild zum wahnsinns-Ton).
Zwei Ereignisse treffen aufeinander: Das Jazz Festival und die Segelregatta America Cup. Die Segelboote gleiten übers Meer und abends entfalten sich die großartigen Musiker*innen. Stern fängt die ganze Szenerie ein. Chuck Berry animiert zum Tanzen und man kann sich Louis Armstrong oder Mahalia Jackson nicht entziehen, deren Performance den Abend beschließt.

USA 1959; Regie: Bert Stern; Mitwirkende: Mahalia Jackson, Louis Armstrong, Dinah Washington, Aram Avakian, Gerry Mulligan, Chico Hamilton, Anita O’Day, George Shearing, Jimmy Giuffre, Chuck Berry u.a.; (DCP; 1:1,37; Farbe; 85min; englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu NO STRAIGHT LINES: THE RISE OF QUEER COMICS, Regie: Vivian Kleiman
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In Zusammenarbeit mit AIDS HILFE TIROL und QUEERTACTICS

Fr 30.07. um 21.30 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

NO STRAIGHT LINES: THE RISE OF QUEER COMICS

R: Vivian Kleiman / OmU

Was war der erste queere Comic, den du begeistert verschlungen hast? Eine Episode aus Alison Bechdels „Dykes to Watch Out For“? Jennifer Campers „SubGURLZ“? Oder doch eher Tom of Finland? Vivian Kleimans liebevolle Hommage an die Welt gezeichneter Geschichte(n) und ihrer Macher:innen Alison Bechdel, Howard Cruse (Gay Comix,), Mary Wings (Come Out Comix), Rupert Kinnard (Brown Bomber and the Diva) und Jennifer Camper (Rude Girls and Dangerous Women) versorgt uns endlich mit einer bewegten (und wahrhaft bewegenden) Genealogie queerer Comics, die – nona – um einiges weiter in die queere Geschichte zurückreicht als du das jetzt so glauben magst. Und dann gibt es in dem Film aktuelle Proponent:innen queerer und PoC Comic-Kultur zu entdecken: WOWWWW (hier würde jetzt ein Cartoon Sinn machen unter dem Motto „schmachtende Bewunderung“).

USA 2021; Regie: Vivian Kleiman; Kamera: Andrew Black; Mitwirkende: Alison Bechdel, Jennifer Camper, Howard Cruse, Rupert Kinnard u.a.; (DCP; 16:9; Farbe; 79min; ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu WILDNESS, Regie: Wu Tsang
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In Zusammenarbeit mit ARCHFEM und QUEERTACTICS

Sa 31.07. um 21.30 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

WILDNESS

R: Wu Tsang / OmenglU

Ein funkelndes Kino-Juwel, dessen Genre erst noch erfunden werden muss: filmisches Selbstporträt eines (historischen) Ortes, des legendären SILVER PLATTER in Los Angeles. Der queere Latinx-Club war seit 1963 für viele migrantische Communities Wohnzimmer und Bühne zugleich, bis in den 2010er Jahren junge Künstler*innen (u.a. Filmemacher*in Wu Tsang) WILDNESS veranstaltete, einen wöchentlichen Performance-/Ballroom-Event, der zu einer Explosion an Kreativität führte – und zu Konflikten mit den ‚alteingesessenen‘ Communities. Der Film dokumentiert beides und setzt so nicht nur den Kings und Queens des Dancefloors ein Denkmal, sondern auch dem Projekt WILDNESS als kollektiv organisiertem Community-Center. Selten ist es gelungen, Aktivismus und filmische Praxis so überzeugend zu vereinen!

USA 2012; Regie: Wu Tsang; Buch: Roya Rastegar, Wu Tsang; Kamera: Michelle Lawler; Schnitt: Wu Tsang, Claire Didier; Original Musik: NGUZUNGUZU, Total Freedom and Robbie Williamson; (DCP; 16:9; Farbe; 75min; spanische ORIGINALFASSUNG MIT ENGLISCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu LES PLUS BELLES ANNÉES D’UNE VIE, Regie: Claude Lelouch
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So 01.08. um 21.30 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

LES PLUS BELLES ANNÉES D’UNE VIE

DIE SCHÖNSTEN JAHRE DES LEBENS

R: Claude Lelouch / OmU

UN HOMME ET UNE FEMME – ausgezeichnet mit zwei Oscars® und der Goldenen Palme – ist ein Kinoklassiker, der die Art, wie Liebesgeschichten erzählt wurden, revolutionierte. 53 Jahre danach erzählt Claude Lelouch die Geschichte weiter.
Siege fährt der ehemalige Rennfahrer und Womanizer Jean-Louis nur noch in seiner Erinnerung ein. Doch die geht immer mehr verloren, fürchtet sein Sohn Antoine, auch wenn es scheint, als würden sich die Gedanken des alten Herrn vor allem um eine bestimmte Frau drehen: Anne, die große Liebe seines Lebens. Um seinem Vater ein Stück Lebensqualität zurückzugeben, macht sich Antoine auf die Suche nach jener geheimnisvollen Schönheit, die Jean-Louis nicht halten konnte, die er aber nie vergessen hat. Und tatsächlich macht er Anne in einem idyllischen Dorf in der Normandie ausfindig, wo die frühere Filmproduzentin einen kleinen Laden und ein sehr erfülltes Leben führt. Sie nimmt die Einladung, Jean-Louis nach so vielen Jahren wiederzusehen, nur zögerlich an. Beim ersten Besuch erkennt er sie zunächst auch nicht wieder. Doch schnell nehmen die beiden die Fäden ihrer gemeinsamen Geschichte da auf, wo sie sie einst hatten fallen lassen. (aus: polyfilm.at)

Frankreich 2019; Regie: Claude Lelouch; Buch: Claude Lelouch, Valérie Perrin, Pierre Uytterhoeven, Grégoire Lacroix; Kamera: Robert Alazraki; Musik: Calogero & Francis Lai; DarstellerInnen: Anouk Aimée (Anne), Jean-Louis Trintignant (Jean-Louis), Souad Amidou (Françoise Gauthier), Antoine Sire (Sohn), Monica Bellucci (Elena), Tess Lauvergne (Tess) u.a.; (DCP; 1:2,35; Farbe; 90min; französisch-italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu AMAZING GRACE, Regie: Alan Elliott / Sydney Pollack
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Mo 02.08. um 21.15 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

AMAZING GRACE

ARETHA FRANKLIN: AMAZING GRACE

R: Alan Elliott / Sydney Pollack / OmU

„Amazing Grace” ist die erfolgreichste Gospel-Platte aller Zeiten: ein Doppelalbum, das die Queen of Soul Aretha Franklin 1972 in einer Kirche in Los Angeles aufnahm. Die 29-Jährige befand sich auf dem Höhepunkt ihres Ruhms, als sie ein Album aufnehmen wollte, das sie zu ihren musikalischen Wurzeln, dem Gospel zurückführen sollte. In der New Temple Missionary Baptist Kirche in Los Angeles trat Franklin an zwei Abenden, unterstützt vom lokalen Southern California Community Choir, geleitet vom legendären Reverend James Cleveland, auf. Der damals noch kaum bekannte, spätere Oscar®-Gewinner Sydney Pollack filmte das Konzert, beging aber einen schweren technischen Fehler: Bild und Ton waren nicht synchronisiert, das Material landete für Jahrzehnte im Archiv. Erst vor wenigen Jahren wurde es wieder zugänglich gemacht.
Der Film lässt bewusst Raum für das Unperfekte, das Improvisierte, für das wahre Leben, das an diesen zwei Abenden in der kleinen, erstaunlich unscheinbaren Kirche in Los Angeles tobte. Unter dem Publikum sind auch Mick Jagger und Charlie Watts zu sehen, wie sie einem ihrer großen Vorbilder lauschen. Man erlebt einen wirklich spirituellen Moment, ausgelöst durch die atemberaubende Stimme Aretha Franklins.
(aus: programmkino.de; filmstarts.de).

USA 2018; Regie: Alan Elliott / Sydney Pollack; Schnitt: Jeff Buchanan; Sound: Jon Gerdemann, Steve Neal, Greg Ortiz, Serge Perron; Mitwirkende: Aretha Franklin, James Cleveland, Southern California Community Choir, C.L. Franklin, Mick Jagger, Charlie Watts u.a.; (DCP; 16:9; Farbe; 89min; englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu HONEYLAND , Regie: Tamara Kotevska & Ljubomir Stefanov
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Di 03.08. um 21.15 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

HONEYLAND

R: Tamara Kotevska & Ljubomir Stefanov / OmU

In einem mazedonischen Dorf ohne Straßen, Strom und fließendes Wasser lebt Hatidze Muratova, die letzte in einer langen Reihe von Wildbienenzüchterinnen, die ihren Lebensunterhalt durch das Sammeln wilden Honigs verdient, den sie in der nächsten Stadt in kleinen Portionen verkauft. Trotz minimaler Schutzausrüstung scheint Hatidze niemals gestochen zu werden. Merken die Bienen, mit wieviel Respekt sie sie behandelt? Hören sie die Lieder, die sie leise singt, während sie ihre Arbeit macht?
Hatidze lebt in den Ruinen eines Bauerndorfes, einige Stunden von der Hauptstadt Skopje entfernt. Sie ist eine Frau mit unfassbarer Lebenskraft und trockenem Humor. Sie muss nicht nur sich selbst, sondern auch ihre 85-jährige kranke Mutter mit dem Erlös versorgen, doch die beiden kommen in ihrem eingespielten Alltag gut zurecht.
Die Filmcrew rund um die RegisseurInnen Tamara Kotevska und Ljubomir Stefanov begleitete die Imkerin über drei Jahre lang mit leichter, unauffälliger Ausrüstung, ohne den türkischen Bergdialekt, der in der Gegend gesprochen wird, zu verstehen. Während dieser Zeit wird Hatidzes friedliches Dasein durch die Ankunft einer wandernden Familie mit ihren sieben wild lebenden Kindern und einer Rinderherde auf den Kopf gestellt. Voller Wärme und Humor und mit außerordentlich schönen Bildern ist der Film eine Parabel über die drohende Zerstörung der fragilen Beziehung zwischen Mensch und Natur. (nach: orf.at)

Mazedonien 2019; Regie: Tamara Kotevska & Ljubomir Stefanov; Kamera: Fejmi Daut & Samir Ljuma; Musik: Foltin; Schnitt: Atanas Georgiev; Mitwirkende: Hatidze Muratova, Nazife Muratova, Hussein Sam, Ljutvie Sam und deren Kinder; (DCP, 1:1,85; Farbe; 89min; türkisch-mazedonisch-bosnisch- serbo-kroatische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu IN THE MOOD FOR LOVE, Regie: Wong Kar-Wai
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Mi 04.08. um 21.15 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

IN THE MOOD FOR LOVE

FA YEUNG NIN WA

R: Wong Kar-Wai / OmU

Cool sind die Filme von Wong Kar-Wai, um die Verletzlichkeit seiner Helden zu tarnen. Das Hongkong der 60er Jahre: Zwei Paare ziehen ins selbe Haus. „Seine” Frau und „ihr” Mann, die man nie sieht, beginnen eine Affäre. Aus der Leidensgemeinschaft der Betrogenen wird eine traurige Liebesgeschichte, wie man sie schöner nicht erzählen kann. Maggie Cheungs hinreißende Kleider und Begegnungen im Stiegenhaus, dazu spielt ein schwermütiger Walzer, der all jene Gefühle artikuliert, für die die Liebenden keine Worte haben. So wird das Unglück des Paares zum Glück des Zuschauers. (nach: Peter Körte)

Hongkong 2000; Regie und Buch: Wong Kar-Wai; Kamera: Christopher Doyle, Mark Li Ping Bing; Musik: Michael Galasso; DarstellerInnen: Maggie Cheung Man-yuk (Su Lizhen), Tony Leung Chiu-wai (Chow Mowan), Rebecca Pan (Mrs. Suen), Lai Chen (Mr. Ho), Siu Ping-lam (Ah Ping) u.a.; (DCP; 1:1,66; Farbe; Dolby SRD; 98min; kantonesische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Goldene Palme für den besten Hauptdarsteller Tony Leung und Großer-Technik-Preis, Cannes 2000.

Filmstill zu WHATEVER HAPPENED TO GELITIN, Regie: Angela Christlieb
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Im Rahmen der Ausstellung GELITIN im Ferdinandeum. Einführung zum Film 20.30 Uhr (!).

Do 05.08. um 21.15 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

WHATEVER HAPPENED TO GELITIN

R: Angela Christlieb / OmenglU

„In diesem Film geht es um das Gegengewicht zum Kapitalismus. Es ist eine Feier des Unbenutzbaren, Unvereinbaren, des sinnlosen verschwenderischen menschlichen Seins! Es geht um die große Kraft des Nutzlosen. Es geht um Anarchie und Kunst. An­gela Christliebs neuer Film feiert die österreichische Per­for­mance-Gruppe Gelitin (Wolfgang Gantner, Ali Janka, Florian Rei­ther, Tobias Urban); sie greift dabei auf verschwenderisch schönes Archivmaterial zurück und hat daraus einen Kultfilm im besten Sinne gemacht.” (Michael Busch)

AT 2016; Regie und Schnitt: Angela Christlieb; Musik: XTMPLX, Japanther, Philipp Quehenberger, Maehl Schuyler, Psychic TV, Tankris, Blueblut, Trafo; (DCP; 16:9; Far­be; 82min; deutsch-englische ORIGINALFASSUNG MIT ENGLISCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu GUNDA, Regie: Victor Kossakovsky
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Fr 06.08. um 21.15 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

GUNDA

R: Victor Kossakovsky / OmU

GUNDA ist Kino pur. Der Film zeigt das Leben eines Hausschweins, einer Hühnerschar und einer Rinderherde mit meisterhafter Intensität. In herausragenden Schwarz-Weiß-Bildern begegnet Regisseur Victor Kossakovsky den tierischen Bewohnern auf einem kleinen Bauernhof auf Augenhöhe und erzählt sie als Geschöpfe mit eigener Wahrnehmung, eigenem Empfinden und eigenen Gewohnheiten – eine meditative Reise in das Leben seiner Protagonisten und ihren Kosmos mit mseinem ganz eigenen Raum- und Zeitgefüge.
GUNDA ermöglicht uns, über das Geheimnis tierischen Bewusstseins nachzudenken und darüber, welche Rolle wir Menschen dabei spielen: ein poetisches Plädoyer für das Recht auf Leben der Lebewesen, die wir sonst nur als „Nutztiere“ wahrnehmen. Der richtige Film zur richtigen Zeit.

Norwegen/USA 2020; Regie: Victor Kossakovsky; Buch: Viktor Kossakovsky, Ainara Vera; Kamera: Egil Håskjold Larsen, Victor Kossakovsky; Mitwirkende: Gunda u.a.; (DCP; 1:1,85; Schwarzweiß; 93min; ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu TO BE OR NOT TO BE, Regie: Ernst Lubitsch
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Sa 07.08. um 21.15 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

TO BE OR NOT TO BE

SEIN ODER NICHTSEIN

R: Ernst Lubitsch / OmU

Ernst Lubitsch gelang diese Politsatire, die ihresgleichen sucht. Die von antifaschistischer Überzeugung getragene Kombination aus schwarzem Humor, Screwball-Komödie, Romantik und zeitgeschichtlicher Spionage-Action ist unvergleichlich lustig und spannend.
Die Verwicklungen um eine polnische Schauspieltruppe, die im Angesicht des Krieges ein antifaschistisches Stück probt und in die teuflischen Strudel von Spionage und Gegenspionage gerät, sind auf die unverwechselbare Art von Ernst Lubitsch dargestellt, die mit ihrem Tempo und ihren spöttischen Andeutungen heute noch unvermindert begeistert.

USA 1942; Regie: Ernst Lubitsch; Buch: Melchior Lengyel (Originalgeschichte), Edwin Justus Mayer (Drehbuch); Kamera: Rudolf Maté; Schnitt: Dorothy Spencer; Musik: Werner R. Heymann; DarstellerInnen: Carole Lombard (Maria Tura), Jack Benny (Joseph Tura), Sig Ruman (Colonel Ehrhardt), Robert Stack (Lieutenant Stanislav Sobinski) u.a.; (35mm; 1:1,37; Schwarzweiß; Mono; 99min; englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

Filmstill zu PAOLO CONTE, VIA CON ME, Regie: Giorgio Verdelli
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So 08.08. um 21.15 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

PAOLO CONTE, VIA CON ME

R: Giorgio Verdelli / OmU

„It’sa wonderful, it’sa wonderful...“
Avvocato und Musiker, intelligenter Charmeur der internationalen Bühnen. Er wickelt seit Jahrzehnten Publikum auf der ganzen Welt um den klavierspielenden Finger. Mit der sexy-rauen Stimme und den Melodien, die ihn absolut einzigartig und immer erkennbar machen, ob er Kamm bläst oder scattet. Paolo Conte ist einfach umwerfend. Und seine Musik sowieso, das meinen auch Roberto Benigni, Jane Birkin und Isabella Rossellini und viele andere, die in diesem Film voll Swing zu Wort kommen.
Regisseur Giorgio Verdelli schuf aus Interviews mit Conte und seinen Weggefährten und Archivaufnahmen und Live-Mitschnitten diverser Konzerte der letzten dreißig Jahre ein hinreißendes Porträt des vielseitigen und einflussreichen Musikers.

Italien 2020; Regie & Buch: Giorgio Verdelli; Kamera: Federico Annicchiarico; Musik: Paolo Conte; Mitwirkende: Paolo Conte, Roberto Benigni, Caterina Caselli, Francesco De Gregori u.a.; (DCP; 16:9; Farbe; 100min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

Filmstill zu RISIKEN UND NEBENWIRKUNGEN, Regie: Michael Kreihsl
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Mo 09.08. um 21.00 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

RISIKEN UND NEBENWIRKUNGEN

R: Michael Kreihsl

Als die Pilates-Trainerin Kathrin ihrem Mann Arnold eines Abends eröffnet, sie brauche eine neue Niere und dass er der ideale Spender wäre, ist der Architekt damit komplett überfordert, er zögert. Für Kathrin der Beweis, dass Arnold sie nicht (mehr) aufrichtig liebt. Eigentlich gibt es ja Grund zu feiern, sein Hochhaus-Projekt in Paris wurde bewilligt. Der gemeinsame Freund Götz stellt sich hingegen ohne zu Zögern als Spender zur Verfügung. Das wiederum missfällt seiner Frau Diana...
Nach DIE WUNDERÜBUNG beweist Michael Kreihsl erneut sein Gespür für die Leinwand-Adaption eines Bühnenhits.

Österreich 2021; Regie & Buch: Michael Kreihsl; Kamera: Wolfgang Thaler, Carsten Thiele; Darsteller*innen: Inka Friedrich, Samuel Finzi, Pia Hierzegger, Thomas Mraz u.a.; (DCP; 100min; deutsche ORIGINALFASSUNG).

Filmstill zu JOJO RABBIT, Regie: Taika Waititi
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Di 10.08. um 21.00 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

JOJO RABBIT

R: Taika Waititi / OmU

Basierend auf Christine Leunens Roman „Caging Skies” steht im Mit­telpunkt dieser satirischen Tragikomödie der 10-jährige Junge Johan­nes Betzler (Roman Griffin Davis), der von seiner Umwelt jedoch nur „Jojo“ genannt wird und gemeinsam mit seiner sorgsamen Mutter Ro­sie (Scarlett Johansson) während des Zweiten Weltkriegs aufwächst. Im Gegensatz zu seiner Mutter ist Jojo jedoch ein absolut über­zeugter Nationalsozialist und hofft sogar, eines Tages Teil der Partei sein zu dürfen. Bevor dieser „Traum” in Erfüllung gehen kann, bekommt der Junge vorerst in seiner Fantasie von seinem imaginären besten Freund Adolf Hitler stets den nötigen Rat erteilt. Die fragwürdige Weltanschauung des Kindes wird jedoch auf die Probe gestellt, als Jojo eines Tages entdeckt, dass seine Mutter die jüdische Teen­age­rin Elsa Korr (Thomasin McKenzie) im eigenen Hause untergebracht hat, um ihr Schutz vor den Gräueltaten des Nazi-Regimes zu gewähren. (…) Taika Waititis JOJO RABBIT wird allein schon wegen der schwe­­ren Grundthematik polarisieren. Wer jedoch in die überdrehte Welt, die hier aus realen Geschehnissen heraus kreiert wird, eintauchen kann, darf sich auf eine wundervoll schrullige Kriegssatire freuen, die später ebenso effektiv ins Drama kippt, das seine Thematik trotz der Mainstream-Tauglichkeit völlig ernst nimmt.
Perfekt besetzte Nebenrollen und eine klug zugespitzte Dramaturgie zeugen davon, dass die Nazivergangenheit zumindest in der größten Unterhaltungsindustrie der Welt nicht mehr bewältigt werden muss, sondern zum Orientierungspunkt in einem sehr grundsätzlichen humanistischen Schema geworden ist: Schlecht ist, was einem kleinen Jungen die Sicht verstellt. (nach: uncut.at; faz.net)

USA 2019; Regie & Buch: Taika Waititi; Kamera: Mihai Malaimare Junior; Mu­sik: Michael Giacchino; DarstellerInnen: Roman Grif­fin Davis (Jojo), Scar­lett Johansson (Rosie), Taika Wititi (Hitler), Thomasin McKen­zie (Elsa), Sam Rockwell (Hauptmann Klenzendorf) u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 108min; deutsch-englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UN­TERTI­TELN).
Filmstill zu CHUNGKING EXPRESS, Regie: Wong Kar-wai
filmplakat

Mi 11.08. um 21.00 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

CHUNGKING EXPRESS

CHUNG HING SAM LAM

R: Wong Kar-wai / OmU

Hongkong, eine Stadt zwischen unentwegtem Aufstieg und Fin de siècle, eingefangen in einem Gangsterdrama und einem Alltagsmärchen: Im Sha Tsui-Viertel herrscht rege Betriebsamkeit, Menschen strömen unaufhörlich durch die engen Korridore des Chungking Komplexes. Ein junger Kriminalpolizist mit der Dienstnummer 233 begegnet einer geheimnisvollen Frau mit blonder Perücke. „In 57 Stunden werde ich mich in diese Frau verlieben”, sagt Nr. 223. Die zweite Geschichte erzählt von Faye, die an einem Stand Fast-Food ausgibt und das Leben von Polizist Nr. 633 in die Hand genommen hat, was dieser aber nicht recht bemerkt.
„CHUNGKING EXPRESS ist ein Film wie ein Musikstück, ein irrer Trip ins ‚Heartbreak Hotel’. Angeregt ist der Film von amerikanischen B-Filmen der 50er und von der Nouvelle Vague der frühen 60er, von John Cassavetes, Jaques Demy und Tennessee Williams. In seiner Struktur erinnert er an Filme wie Tarantino‘s PULP FICTION oder SMOKE von Wayne Wang und Paul Auster. Ein Film, so schön und so labyrinthartig wie das Innere einer Music Box.” (Moviemento 5/96)

Hongkong 1994; Regie und Buch: Wong Kar-wai; Kamera: Christopher Doyle, Lau Wai-keung; Musik: Frankie Chan, Roel Garcia; DarstellerInnen: Lin Chin-hsia, Takeshi Kaneshiro, Tony Leung, Chiu-wai, Faye Wang u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 97min; ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu SORRY WE MISSED YOU, Regie: Ken Loach
filmplakat

Do 12.08. um 21.00 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

SORRY WE MISSED YOU

R: Ken Loach / OmU

Um aus den Schulden herauszukommen und womöglich endlich den jahrelang gehegten Traum vom Eigenheim für die Familie zu erfüllen, heuert Ricky (Kris Hitchen) als Paketauslieferer an. Seine Frau Abbie (Debbie Honeywood) arbeitet als mobile Altenpflegerin, auch bei ihr sind Arbeitstage von weit mehr als acht Stunden die Regel. Das angesichts heranwachsender Kinder eigentlich dringend nötige Familienleben kommt dabei deutlich zu kurz, auch finanziell reicht die gnadenlose Knochenarbeit mit den Fallstricken der Scheinselbstständigkeit bei weitem nicht aus. (cineman.ch)
Mit größter Genauigkeit beschreibt Loach die Strukturen der modernen Gig Economy, bei der ArbeitnehmerInnen die Vorzüge der Selbstständigkeit vorgegaukelt werden, die jedoch in Wirklichkeit zu einer Reduzierung von Sozialstandards und Arbeiterrechten führt. Im neoliberalen Streben nach ständiger Optimierung und Einsparung, werden alle Mittel angewandt, um ArbeitnehmerInnen zu benachteiligen. Dass das nicht ewig so weitergehen kann und den Einsparmöglichkeiten Grenzen gesetzt sind, wird immer deutlicher.
Schauplatz von SORRY WE MISSED YOU mag dabei zwar England sein, doch die Strukturen, die Loach ebenso schonungslos wie brillant aufzeigt, kann man in ganz Europa finden, in allen Ländern, in denen Sozialsysteme zunehmend schwächer werden, Profitdenken längst alles überstrahlender Raison d’être geworden ist. (nach: programmkino.de)
Ken Loach: „Es ist gut, dass der Film wütend macht, denn es ist unfair. Die Art, wie sich die Arbeitswelt verändert hat, ist unfair. Früher hatte man einen Job, bei dem man sicher wusste, der hält und man kann vom Einkommen die Familie durchbringen. Heute ist das Arbeitsleben eine Katastrophe.”
„Es entsteht so ein Sozialdrama, bei dem man bis zum Ende den Atem anhält und danach beschließt, bei Amazon so schnell nichts mehr zu bestellen.” (kino-zeit.de)

Großbritannien 2019; Regie: Ken Loach; Buch: Paul Laverty; Kamera: Robbie Ryan; Musik: George Fenton; DarstellerInnen: Kris Hitchen (Ricky Turner), Debbie Honeywood (Abbie Turner), Rhys Stone (Sebastian ‚Seb’ Turner), Katie Proctor (Liza Jane Turner), Ross Brewster (Gavin Maloney), Charlie Richmond (Henry Morgan) u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 100min; englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu TRAFIC, Regie: Jacques Tati
filmplakat

im Rahmen der Ausstellung GEHEN - FAHREN - REISEN im Zeughaus

Fr 13.08. um 21.00 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

TRAFIC

R: Jacques Tati / OmU

Hulot soll ein von ihm entworfenes und mit allen Schikanen ausgerüstetes Cam­pingauto von Paris nach Amsterdam bringen, wo es in einem Automobilsalon ausgestellt werden soll. Er tritt die Reise zur Messe gemeinsam mit dem gemütlichen Lastwagenfahrer Marcel und der übereifrigen PR-Frau Maria an. Auf der Fahrt kommt es allerdings zu unzähligen Widrigkeiten.
„Tatis satirische Komödie über den seltsamen Ge­­brauch, den Menschen vom Auto machen, unterhält mit zahlreichen köstlichen Gags und liebenswürdigem Humor. Der Film überzeugt vor allem durch seine poetische Klarheit und Reinheit, die alles ausstrahlt, was Tati am Herzen liegt: die feinsinnige Mahnung, sich nicht manipulieren zu lassen von der Hektik und der Überbewertung der technischen Konsumjagd.“
(Lexikon des Internationalen Films)

Frankreich 1971; Regie: Jacques Tati; Buch: Jacques Tati, Jacques Lagrange; Kamera: Edo­uard van den Enden, Marcel Weiss; Musik: Charles Dumont; DarstellerInnen: Jacques Tati, Maria Kimberley, Marcel Fraval, Honoré Bostel, Tony Kneppers u.a.; (35mm; Farbe; 96min; französische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

Filmstill zu LA DARONNE, Regie: Jean-Paul Salomé
filmplakat

Sa 14.08. um 21.00 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

LA DARONNE

R: Jean-Paul Salomé / OmU

Die französisch-arabische Gerichtsdolmetscherin Patience Portefeux hat sich auf das Abhören von Telefongesprächen für die Drogenfahndung spezialisiert. Als sie in Geldnot gerät, wechselt sie die Fronten – sie nützt ihre Tätigkeit aus, um selbst ins Drogengeschäft einzusteigen. „Madame Hasch” ist der Polizei immer einen Schritt voraus, bis ausgerechnet ihr Verehrer und Vorgesetzter sich auf ihre Spuren heftet.
Die beschwingte Verwechslungskomödie setzt auf den Kontrast einer Amateurin inmitten überrumpelter Berufsverbrecher.

Frankreich 2020; Regie: Jean-Paul Salomé; Buch: Hannelore Cayre, Antoine Salomé; Kamera: Julien Hirsch; DarstellerInnen: Isabelle Huppert (Patience Portefeux), Hippolyte Girardot (Philippe), Farida Ouchani (Kadidja) u.a.; (DCP; 1:2,35; Farbe; 104min; französisch-arabisch-jiddische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu ICH BIN DEIN MENSCH, Regie: Maria Schrader
filmplakat

So 15.08. um 21.00 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

ICH BIN DEIN MENSCH

R: Maria Schrader

Die kurzweilige Geschichte einer Frau, die für einen Freund einen „Beziehungsroboter” drei Wochen lang „testet”. Manch lustige Begebenheit folgt, wie kann Mensch und vermenschlichte Maschine miteinander sein? Oder nebeneinander? Ist es ratsam für den vereinsamenden Menschen unserer Zeit, sich einen maschinellen Hausmenschen zu halten? Verlernt man mit echten Menschen – mit Widersprüchen und Gefühlen – echte Beziehungen einzugehen? Oder ist es nicht vielmehr sehr praktisch? Was ist das für ein Leben für die annähernd menschliche Maschine mit ihren „Gefühlen”?

Deutschland 2021; Regie: Maria Schrader; Buch: Jan Schomburg, Maria Schrader; Kamera: Benedict Neuenfels; Musik: Tobias Wagner; Darsteller*innen: Maren Eggert, Dan Stevens, Sandra Hüller u.a.; (DCP; 105min; deutsche ORIGINALFASSUNG).
Filmstill zu BUENA VISTA SOCIAL CLUB, Regie: Wim Wenders
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Mo 16.08. um 20.45 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

BUENA VISTA SOCIAL CLUB

R: Wim Wenders / OmU

1996 versammelte Ry Cooder einige kubanische „Soneros” um sich und seine Gitarre. Gemeinsam nahmen sie ein Album auf, das den kubanischen Sound der 40er und 50er eingängig für die sogenannten westlichen Ohren wiederaufleben ließ.
Ein paar Jahre später drehte Wim Wenders aus einer Kubareise, mehreren Konzertmitschnitten und mit den nicht mehr ganz jungen Stars als Aliens in New York diesen Film. Und schuf damit ein Zeitdokument der zur Legende gewordenen Platte – die wohl für die meisten von uns lebensfroher Teil des Soundtracks der späten 90er geworden ist! (sk)

Deutschland/USA 1998; Regie: Wim Wenders; Kamera: Jörg Widmer; Schnitt: Brian Johnson; Mitwirkende: Ry Cooder (Gitarre), Joachim Cooder (Drums), Ibrahim Ferrer (Bariton), Rubén González (Piano), Orlando „Cachaito“ López (Bass), Manuel „Guajiro“ Mirabal (Trompete), Eliades Ochoa (Gitarre), Omara Portuondo (Gesang), Compay Segundo (Gesang, Gitarre), Barbarito Torres (Láud) u.a.; (35mm, von Video übertragen; 1:1,85; Farbe; Dolby SRD; 101min; spanische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu DIE DOHNAL, Regie: Sabine Derflinger
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Di 17.08. um 20.45 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

DIE DOHNAL

FRAUENMINISTERIN | FEMINISTIN | VISIONÄRIN

R: Sabine Derflinger

Johanna Dohnal (14.2.1939 – 20.2.2010) war nicht nur eine Politikerin, die für Frauen und Mädchen in Österreichs konservativer Gesellschaft die gesetzlichen und sozialen Rahmenbedingungen grundlegend verbessert hat, sie war eine Feministin und Visionärin, die leider viel zu früh an der Umsetzung ihrer Visionen gehindert wurde. Anders auf den Punkt gebracht: „Johanna Dohnal war eine lesbisch-feministische Superheldin.“ (Katja Wiederspahn in: viennale.at) Trotzdem weiß die jüngere Generation erstaunlich wenig über das politische Wirken der ehemaligen Staatssekretärin für Frauenfragen und Bundesministerin für Frauenangelegenheiten, auf die wichtige Gesetze zur Gleichstellung von Frauen, zum Gewaltschutz und zur Frauenförderung zurückgehen. „Sabine Derflinger hat in DIE DOHNAL der unermüdlichen Kämpferin und Wegbereiterin der Frauensache ein vielstimmiges Portrait gewidmet.“ (Karin Schiefer, AFC)
Interviews mit Johanna Dohnals Tochter, mit der Enkelin, der Lebenspartnerin sowie mit ehemaligen beruflichen und politischen Weggefährt_innen werden mit TV-Beiträgen des ORF geschickt verknüpft. „Das Archivmaterial, in dem Johanna Dohnal zu Wort kommt, bildet das Herz des Filmes“ meint Sabine Derflinger. Ausschnitte aus legendären Sendungen wie Club 2 oder Prisma vermitteln nicht nur das gesellschaftliche Klima der 1970er und 80er Jahre sondern nebenbei auch ein Stück Mediengeschichte. Der Regisseurin gelingt es dadurch, den patriarchalen Zeitgeist sichtbar zu machen und die Person Johanna Dohnal lebendig in Erinnerung zu rufen: ihren Humor, ihre geistreiche und unbeirrbare Art, ihren Willen, ihre Beharrlichkeit und ihre Zuversicht.
Derflinger erinnert mit historischer Präzision an Dohnals politisches Vermächtnis und schlägt eine Brücke zu Gegenwart und Zukunft, indem sie auch den Überlegungen junger Journalist_innen und Aktivist_innen Raum gibt. „Der Film ist genau das geworden, was ich mir gewünscht hatte: es sollte ein Film werden, in dem sich die Generationen begegnen, einer, der Johanna Dohnal lebendig werden lässt und ein Film, der Feminismus begreifbar macht, nämlich nicht als etwas, das man als Hobby betreibt, sondern [etwas,] das ein grundlegendes Menschenrecht darstellt, das sich absurderweise noch immer nicht durchgesetzt hat.“ (Sabine Derflinger)

Österreich 2019; Regie & Buch: Sabine Derflinger; Schnitt: Niki Mosböck; Kamera: Christine A. Maier, Eva Testor; Ton: Andreas Hamza, Georg Misch, Axel Traun & Hjalti Bager-Jonathansson; Musik: Gerard Schuller; Protagonist_innen: Annemarie Aufreiter, Ingrid Dohnal, Johanna-Helen Dohnal, Ferdinand Lacina, Alice Schwarzer, Bruno Kreisky, Franz Vranitzky, Elisabeth Rosenmayr, Christine Stromberger, Trautl Brandstaller, Julia Pühringer u.a.; (DCP; Farbe & Schwarzweiß; 104min; ORIGINALFASSUNG).
Filmstill zu NOMADLAND, Regie: Chloé Zhao
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Mi 18.08. um 20.45 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

NOMADLAND

R: Chloé Zhao / OmU

Ohne Aufregung erzählt Chloé Zhao in ihrem Film über Menschen. Frauen und Männer, die ihren eigenen Weg gehen, in Gemeinschaften zusammen finden, sich wieder trennen und weiter ziehen.
Wirklich aufregen könnte man sich über die Umstände, die die Menschen in diese Lage bringen. Alles verloren. Kein Dach über dem Kopf. Keine Arbeit. Keine Krankenversicherung. Menschen, die nicht, wie so gerne behauptet, zu faul, zu langsam, zu arbeitsscheu, zu unflexibel... und weiteres blabla sind. Bis man sie in Chloé Zhaos Film trifft und merkt – auch dieser Way of Life hat schöne Seiten. Wie jedes Leben. Bravo!

USA/Deutschland 2020; Regie: Chloé Zhao; Buch: Chloé Zhao, nach dem Buch von Jessica Bruder; Kamera: Joshua James Richards; Darsteller*innen: Frances McDormand (Fern), Gay DeForest (Gay), Patricia Grier (Patty) u.a.; (DCP; 1:2,39; 107min; englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu DRUK, Regie: Thomas Vinterberg
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Do 19.08. um 20.45 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

DRUK

DER RAUSCH

R: Thomas Vinterberg / OmU

Der schöne Mads Mikkelsen spielt in diesem unaufgeregten und doch anrührenden Film einen nicht mehr ganz frischen Lehrer, der stehengeblieben ist – im Job, in seiner Ehe. Alles ist nicht mehr so interessant, Veränderung gibt es kaum, geschweige denn Abenteuer. Mit drei Freunden kommt ihm ein Experiment in den Sinn: was wenn man immer schaut, dass man ein kleines bisschen Alkohol im Blut hat, grad so viel, dass man immer „angeheitert” ist? Wird das Leben dann lustiger oder kann der Mensch dauernde Heiterkeit gar nicht vertragen? Dieser Frage auf den Grund zu gehen ist ein risikoreiches Wagnis. (th)

Dänemark/Schweden/Niederlande 2020; Regie: Thomas Vinterberg; Buch: Tobias Lindholm, Thomas Vinterberg; Kamera: Sturla Brandth Grøvlen; Darsteller*innen: Mads Mikkelsen, Thomas Bo Larsen, Magnus Millang, Lars Ranthe, Susse Wold u.a.; (DCP; Farbe; 1:2; 117min; dänisch-schwedische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu JOUR DE FÊTE, Regie: Jacques Tati
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im Rahmen der Ausstellung GEHEN - FAHREN - REISEN im Zeughaus

Fr 20.08. um 20.45 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

JOUR DE FÊTE

TATIS SCHÜTZENFEST

R: Jacques Tati / OmU

Bisher waren alle Bewohner im idyllischen, französischen Dorf Saint Sévère sehr zufrieden mit der Arbeit des gutmütigen und hilfsbereiten Briefträgers François. Doch dann wird am alljährlichen Schützenfest ein Film über die modernen Formen der Post­­zu­stel­lung in Amerika gezeigt und die Bürger der Stadt be­­ginnen, sich über die altmodische und langsame Arbeitsweise von François lustig zu machen. Das lässt dieser nicht auf sich sitzen und angespornt durch den Willen, es nun allen zu beweisen, beginnt er im Affenzahn mit dem Fahrrad die Post auszutragen – und dabei ziemliches Chaos zu stiften. Aber auch François geht irgendwann die Puste aus. Und wer sagt schon, dass alle Welt mit den Fortschritten der Amerikaner mitziehen muss. (nach: filmstarts.de)

Frankreich 1949; Regie: Jacques Tati; Buch: Jacques Tati, Henri Marquet & René Wheeler; Musik: Jean Yatove; DarstellerInnen: Guy Decomble (Roger), Paul Frankeur (Marcel), Santa Relli (Germaine), Maine Vallée (Jeannette) u.a.; (DCP; 87min; französische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu JOKER, Regie: Todd Phillips
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Sa 21.08. um 20.45 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

JOKER

R: Todd Phillips / OmU

Die ungleiche Verteilung von Macht und Geld ist ein bestimmendes Thema in Todd Phillips JOKER. Gleichzeitig ist der Film die traurig-düstere Charakterstudie eines Loners, der sich angesichts der Niedertracht und des eklatanten Wohlstandsgefälles in Gotham City in einen Horrorclown verwandelt. „Liegt es an mir, oder geht es da draußen immer verrückter zu”, fragt er seine Therapeutin. Schwer zu sagen.
Anfang der 1980er schlägt sich der psychisch labile Arthur Fleck als Clowndarsteller in der heruntergekommenen Gotham City durch, die an Scorseses New York aus TAXI DRIVER erinnert. In den Straßen stapelt sich der Müll, die Gewalt ist eskaliert und die Bevölkerung geht gegen die Politik und die Reichen, in Person des Bürgermeisterkandidaten Thomas Wayne, auf die Barrikaden. Während sich Arthurs Zustand verschlechtert – er halluziniert einen Auftritt bei seinem Lieblingsshowmaster Murray Franklin – kollabiert langsam die öffentliche Ordnung.
Regisseur Phillips malt sich den langsamen Verfall seines Helden mit Bezügen auf die New-York-Filme Martin Scorseses aus den 70er-Jahren aus. Robert De Niro verweist als zynischer Host einer Talkshow auf seine Figur aus THE KING OF COMEDY, während ein bravouröser Joaquin Phoenix in die Rolle des Clowns schlüpft, dessen Komik das Tragische seiner Existenz nicht überdecken kann. Sein schrilles Lachen wird zum Ausdruck einer zwanghaften Verhaltensstörung. Und einer tief zerrütteten Seele.
JOKER tauscht die effektlastigen Schauwerte des klassischen Superheldenkinos gegen einen dreckigen, fast haptischen Realismus ein, der sichtlich vom Kino des New Hollywood inspiriert ist. Phoenix spielt wie immer phänomenal, sein Joker ist – im Gegensatz zu den Vorgängern – nie over the top, sondern immer schon jenseits von Gut und Böse. JOKER wirkt wie arretiert in einem fragilen Bewusstseinszustand, der jederzeit abrupt von einer Musicaleinlage in Gewalt umschlagen kann. Fast als eine Zumutung erscheint es nach diesem Film, dass man sich beim Zuschauen bisher stets mit der anderen Seite identifizieren musste. JOKER gibt dem Filmcomic endlich ein Stück schwarze Poesie zurück. (aus: tagespiegel.de; derstandard.at)

USA 2019; Regie: Todd Phillips; Buch: Todd Phillips & Scott Silver; Kamera: Lawrence Sher; Schnitt: Jeff Groth; DarstellerInnen: Joaquin Phoenix (Arthur Fleck als Joker), Robert de Niro (Murray Franklin), Zazie Beetz (Sophie Dumond), Brett Cullen (Thomas Wayne), Jolie Chan (Streetworkerin), Marc Maron (Ted Marco), Frances Conroy (Penny Fleck) u.a.; (70mm; 1:1,85; Farbe; 122min; englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu MILES DAVIS: BIRTH OF THE COOL, Regie: Stanley Nelson
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So 22.08. um 20.45 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

MILES DAVIS: BIRTH OF THE COOL

R: Stanley Nelson / OmU

Trompeter, Bandleader, Innovator. Elegant, intellektuell, genial und immer wieder auch kontrovers. Ein Mann, der für einen Sound steht, so wundervoll, dass er einem das Herz brechen kann. MILES DAVIS: BIRTH OF THE COOL erzählt von Leben und Karriere eines musikalischen Ausnahmetalents und einer kulturellen Ikone. Ein wahrer Visionär, der in kein Schema passt und dabei eines absolut verkörpert: Coolness.
Stanley Nelson, einer der führenden Chronisten afro-amerikanischer Geschichte, schuf mit MILES DAVIS: BIRTH OF THE COOL eine Dokumentation, die die ZuschauerInnen hautnah am Sound und an der Persönlichkeit eines der einflussreichsten Jazzmusiker des 20. Jahrhunderts teilhaben lässt – dank bisher unveröffentlichter Archivaufnahmen, Studio Outtakes und seltenen Fotomaterials. (aus: polyfilm.at)
„Im Mittelpunkt steht aber das Leitmotiv seines Lebens: der unbedingte Wille, Grenzen zu überschreiten und sich jenseits bestehender Normen immer wieder neu zu definieren.” (doku-arts.de)

USA 2019; Regie: Stanley Nelson; Kamera: Henry Adebonojo, Herve Cohen, Eric Coleman, Marc Gerke u.a.; Mitwirkende: Carl Lumbly (Stimme von Miles Davis), Miles Davis, Ron Carter, Jimmy Cobb, Betty Davis, Quincy Jones, Carlos Santana, Wayne Shorter, Juliette Gréco, Herbie Hancock, Walter Cronkite, Charlie Parker, Archie Shepp u.a.; (DCP; Farbe; 115min; englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu TINA, Regie: Daniel Lindsay & T.J. Martin
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Mo 23.08. um 20.30 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

TINA

R: Daniel Lindsay & T.J. Martin / OmU

Tina Turner – diese Frau ist eine Naturgewalt! Ihr Aussehen, ihr sexy Glitzer-Styling (die Haare!), ihr Überlebenswille, ihre unbändige Kraft! Dazu ihre einzigartige Stimme, man mag von den Hits der 80er Jahre halten was man will, sie ist einfach umwerfend. Ihre Geschichte mit Ike Turner, narzisstischer Psychopath und Ehemann, ebenso begnadeter Musiker wie frauenschlagender Hundling, ist herzzerreißend aber leider auch eine fast alltägliche Frauen-Geschichte. Wie sie aber nach der Scheidung eine beispiellose Karriere zum Obermega-Weltstar hinlegt, das ist außergewöhnlich – das ist TINA. (th)

USA 2021; Regie & Buch: Daniel Lindsay, T.J. Martin?; Kamera: ?Dimitri Karakatsanis, Megan Stacey;
Musik: Danny Bensi,? Saunder Jurriaans?; Mitwirkende: Angela Bassett, Tina Turner, Oprah Winfrey u.a.; (DCP; 118min; englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

Filmstill zu QUEEN & SLIM, Regie: Melina Matsoukas
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Di 24.08. um 20.30 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

QUEEN & SLIM

R: Melina Matsoukas / OmU

Die schwarze Anwältin Queen lässt sich auf ein Tinder-Date mit dem ebenfalls schwarzen Verkäufer Slim ein – sie will sich ablenken, nachdem einer ihrer Klienten nur wenige Stunden zuvor zum Tode verurteilt wurde. Auf dem Heimweg setzt ein kleiner, unbedachter Schlenker mit dem Auto Ereignisse in Gang, die einem weißen Europäer unglaublich erscheinen, für einen schwarzen Amerikaner jedoch allzu real sind. Die beiden werden von einem rassistisch auftretenden Streifenpolizisten angehalten. Während Slim sich, wohl aus Erfahrung, unterwürfig gibt, besteht die Anwältin auf ihre Rechte. Die Situation eskaliert. Das Paar, das sich erst seit wenigen Stunden kennt, tritt nun die Flucht vom Tatort an.
Auf ihrer Flucht realisieren sie, dass sie längst zu einem Symbol des schwarzen Widerstands gegen allzu alltägliche Polizeigewalt geworden sind, und dass ihre Tat als Aufruf zur Revolution betrachtet wird. Viele Menschen helfen ihnen auf dem Weg, Schwarze, aber auch Weiße. Polizisten jagen sie, weiße, aber auch manche schwarze, die Interesse an der hohen Belohnung haben, am Ende steht der unweigerliche Tod.
Melina Matsoukas zählt bereits zu den bedeutendsten Musikvideo-Regisseurinnen der Welt, ihr Spielfilmdebüt ist hervorragend inszeniert und gespielt und scheut sich nicht, schonungslos von den gesellschaftlichen Verhältnissen in den USA der Gegenwart zu erzählen.
(aus: filmstarts.de; programmkino.de)

Kanada/USA 2019; Regie: Melina Matsoukas, Buch: Lena Waithe & Jams Frey; Kamera: Tad Radcliffe; DarstellerInnen: Daniel Kaluuya (Slim), Jodie Turner-Smith (Queen), Bokeem Woodbine (Uncle Earl), Sturgill Simpson (Police Officer Reed), Flea (Mr. Shepherd) u.a.; (DCP; 1:2,39; Farbe; 132min; englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu 2046, Regie: Wong Kar-Wai
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Mi 25.08. um 20.30 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

2046

R: Wong Kar-Wai / OmU

Ein Film als Tagebuch einer Irrfahrt, so hat Wong Kar-Wai 2046, die Suche des von Tony Leung verkörperten Chow nach seiner verlorenen großen Liebe, beschrieben. Ein moderner Odysseus, zuhause nicht auf einem Schiff, sondern im Hotel, Gefangener seiner Gefühle und seiner Fantasie, wohnt Chow im Nachbarraum jenes Zimmers 2046, das ihn an sein vergangenes Glück mit Su Li-zhen gemahnt, schreibt an einem Roman, der ebenfalls 2046 heißt und lässt, auf der Suche nach der einen, alle seine Liebesaffären Revue passieren. Die engen Zimmer und Gänge des Hotel Oriental werden zu enigmatisch verschlungenen Wegen der Erinnerung, aber auch zu Liebesglück versprechenden, erotischen Orten, die der Regisseur wie ein sinnliches Gemälde komponiert. Räume und Dekor, Übergänge und Überblendungen sowie Farbschattierungen und Musik schaffen eine Atmosphäre, die diese Fortschreibung von IN THE MOOD FOR LOVE zu mehr als nur einem wunderbar ausgeleuchteten Tableau macht.

Hongkong 2004; Regie und Buch: Wong Kar-Wai; Kamera: Christopher Doyle, Lai Yiu-fai, Kwan Pun-leung; Musik: Peer Raben, Shigeru Umebayashi; DarstellerInnen: Tony Leung, Gong Li, Takuya Kimura, Faye Wong u.a.; (DCP; 1:2,35; Farbe; Dolby SRD; 127min; kantonesisch-japanische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

40 Jahre Tiroler Volksschauspiele

Do 26.08. um 20.30 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

Auszüge aus DIE SIEBEN TODSÜNDEN


 
 


Filmstill zu THE GENERAL, Regie: Buster Keaton
filmplakat

im Rahmen der Ausstellung GEHEN - FAHREN - REISEN im Zeughaus

Fr 27.08. um 20.30 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

THE GENERAL

DER GENERAL

R: Buster Keaton

Der Lokführer Johnny Gray kennt nur zwei Lieben: seine Lok „The General” und Annabelle Lee, die Tochter einer gutsituierten Südstaatlerfamilie. Und wenn man sieht, mit welcher Zärtlichkeit die Kamera die Maschine abfährt, wird deutlich, daß eine Liebe der anderen um nichts nachsteht. Als der Bürgerkrieg ausbricht und eine Gruppe von Nordstaatlern die Lok entführt, setzt Johnny alles daran, sie wieder zu bekommen. Johnny schnappt sich die „Texas” und verfolgt die Entführer seines „Generals”. Einmal Jäger, dann wieder Gejagter, die rasende Fahrt dampfender und zischender Lokomotiven kulminiert vor einer hohen Brücke, als der befehlshabende Offizier der Nordstaatler seinen mit schwerem Kriegsmaterial bestückten Zug über die Brücke befielt. Ein kurzes Innehalten, ob die Brücke der Belastung standhält, und dann die Worte voll grotesker Eitelkeit: „Wenn ich sage, die Brücke hält, dann hält sie.” (nach: Hanser, Reihe Film 3)

USA 1926; Regie: Buster Keaton; Darsteller: B. Keaton, Marion Mack, Charles Smith, Frank Barnes, Glen Cavender u.a.; (35mm; Schwarzweiß; 90min; Stummfilm mit Klavierbegleitung).
Filmstill zu GISAENGCHUNG, Regie: Bong Joon-ho
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Sa 28.08. um 20.30 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

GISAENGCHUNG

PARASITE

R: Bong Joon-ho / OmU

Familie Kim lebt in ärmlichen Verhältnissen ganz unten auf der sozialen Leiter. Im wahrsten Sinne des Wortes: im Keller. Die Eltern Ki-taek und Chung-sook sind arbeitslos, die fast erwachsenen Kinder, der Sohn Ki-woo und die Tochter Ki-jung unterstützen die Familie mit Gelegenheitsjobs. Das Glück wendet sich, als ein Freund Ki-woo eine Tutorenstelle am anderen Ende der Stadt, am anderen Ende der sozialen Leiter vermittelt. Im mondänen, modernistischen Haus der Familie Park soll er der Tochter Englischstunden geben. Es ist der Beginn einer parasitären Beziehung der beiden Familien, denn bald arbeiten alle Kims für die Parks: Die Tochter kümmert sich um den Sohn, der Vater wird Chauffeur, die Mutter schließlich Haushälterin.
Was bei anderen Regisseuren Stoff genug für einen Film wäre, erzählt Bong Joon-ho in einem langen ersten Akt – und zwar als messerscharfe, genau beobachtete Satire. Das gilt für das Finale des Films nicht weniger. Die visuellen Metaphern des Oben und Unten kombiniert der Film brillant mit einer Kameraarbeit der saubersten Art. Ganz ruhig, korrekt kadriert und schon fast spöttelnd, lauert sie stets an der richtigen Stelle, um dem Geschehen beizuwohnen, ganz wie ein Mitwisser und Zeuge, der ebenfalls auf Rache sinnt, aber stets emotional kontrolliert bleibt. (nach: programmkino.de; kino-zeit.de)
„In PARASITE geht es um Arm und Reich, es gibt Thriller- und Horrorelemente und Regisseur Bong Joon-ho ist wieder ein spannender, komischer und intelligenter Film gelungen, der auch visuell virtuos gemacht ist. Was bleibt, sind viele verstörend schöne Bilder und der Eindruck eines teils absurd anmutenden, bei näherer Betrachtung aber gleichsam alltäglichen Humors. Ein Humor allerdings, der nicht bemäntelt und beschönigt, sondern Lebensverhältnisse anschaulich bloßlegt.” (Jens Nicklas, 20er)

Südkorea 2019; Regie & Buch: Bong Joon-ho; Kamera: Hong Kyung-pyo; DarstellerInnen: Song Kang-ho (Kim Ki-taek), Lee Sun-kyun (Park Dong-ik), Jo Yeo-jeong (Park Yeon-kyo), Choi Woo-sik (Kim Ki-woo), Jang Hye-jin (Kim Chung-sook), Park So-dam (Kim Ki-jung) u.a.; (DCP; 1:2,35; Farbe; 132min; koreanische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
- Anm. zu den Credits von GISAENGCHUNG: Ein koreanischer Name besteht aus einem meist einsilbigen Familiennamen, gefolgt von einem üblicherweise zweisilbigen Vornamen. Rund 45% der südkoreanischen Bevölkerung trägt einen der drei häufigsten Familiennamen Kim, Lee oder Park. (wikipedia)

Filmstill zu ZORBA THE GREEK, Regie: Michael Cacoyannis
filmplakat

So 29.08. um 20.30 Uhr Open Air Kino im Zeughaus

ZORBA THE GREEK

ALEXIS SORBAS

R: Michael Cacoyannis / OmU

Basil hat auf Kreta ein Stück Land mit einem verlassenen Braunkohlebergwerk geerbt, mit dem er nun sein Glück versuchen will. Bei der Anreise trifft er auf Zorba, der ihm seine Hilfe anbietet. Doch das Bergwerk ist nicht mehr abbaufähig. Aber statt darüber zu trauern, lehrt Zorba Basil „seinen” Tanz, den Sirtaki.
Auch heute noch atmet die vom Klang der Buzuki geprägte Musik von Mikis Theodorakis die Frische der Authentizität.

USA/GR 1964; Regie & Buch: Michael Cacoyannis, nach der Romanvorlage „The Life and Times of Alexis Zorba” von Nikos Kazantzakis; Kamera: Walter Lassally; Musik: Mikis Theodorakis; DarstellerInnen: Anthony Quinn (Alexis Zorba), Alan Bates (Basil), Irene Papas (Witwe) u.a.; (DCP; 1:1,85; Schwarzweiß; Mono; 142min; englische ORGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

 

 







OPEN AIR KINO im Zeughaus
Do 29. Juli bis
So 29. August 2021