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Keine Spielzeit in dieser Woche


TOUR DE FRANCE

R: Rachid Djaïdani

Was ist Frankreich heute? Wie muss man sein, um sich ein Franzose zu nennen? Das sind die Leitfragen von TOUR DE FRANCE, Rachid Djaïdanis Mischung aus Independent-Film, Home- und Musikvideo. Außerdem serviert uns TOUR DE FRANCE den großen und durchaus skandalverliebten Gérard Dépardieu wieder einmal in einer Haupt­rolle.
Der Film ist auch ein Road-Movie und bringt zwei unterschiedliche Typen zusammen: Nachdem der 20-jährige Far’Hook, ein junger Star am französischen Rap-Himmel, mit einem Rivalen aneinandergerät, schlägt ihm sein Produzent Bilal vor, nach Südfrankreich zu verschwinden und für seinen Vater den Chauffeur zu mimen. Da Far’Hook ohnehin einen Konzertauftritt in Marseille plant, nimmt er den Zug und sucht Bilals Vater Serge (Dépardieu!) auf. Und dieser ist genauso griesgrämig, verschroben und unausstehlich, wie Bilal ihn beschrieben hat. Gemeinsam treten die ungleichen Männer eine Tour entlang der südfranzösischen Küste an, damit Serge – wie er seiner verstorbenen Frau versprochen hatte – von jedem Hafen, den einst Vernet gemalt hat, eine eigene Version auf die Leinwand bringt.
Auf dieser Reise trifft der Alltagsrassismus von Serge auf das totale Desinteresse an weißer Hochkultur seitens Far’Hook, der lieber mit dem Kopfhörer an den Ohren durch die Häfen streunt, Video­impressionen mit seiner Handykamera filmt oder sich mit den Hafenarbeitern unterhält. Erst als die zwei langsam erkennen, dass sie beide zu den Unterprivilegierten der französischen Gesellschaft gehören, ändert sich ihr Verhältnis – und als es dann hart auf hart kommt, ist es Serge, der zu seinem neuen Kumpel Far’Hook steht.
Regisseur Rachid Djaïdani wuchs in der Banlieue als Sohn eines algerischen Arbeiters und einer Sudanesin auf. Er versteht Far’Hooks Welt und auch die Vorurteile, denen er ständig begegnet. Und so geht es ihm nicht nur darum, Verständnis zwischen den beiden unterschiedlichen Protagonisten herzustellen, sondern letztlich vor allem darum, Frankreich als immer schon multikulturelles Gebilde zu schildern. (nach: kino-zeit.de; programmkino.de)

Frankreich 2016; Regie & Buch: Rachid Djaidani; Kamera: Luc Pagès; Schnitt: Nelly Quettier; DarstellerInnen: Gérard Dépardieu (Serge Desmoulins), Sadek (Far’Hook), Nicolas Marétheu (Bilal), Louise Grinberg (Maude) u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 95min; französische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTER­TITELN).


  
Filmplakat