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AH-GA-SSI

DIE TASCHENDIEBIN

R: Park Chan-wook

Der südkoreanische Regisseur Park bevorzugt enge, abgezirkelte Räume. An einem solchen Ort ist auch sein neuer Film angesiedelt: das einsame, prächtig ausgestattete Anwesen im japanisch besetzten Korea der 1930er Jahre wurde halb im traditionell koreanischen Stil, halb in englischer Neogotik erbaut. In diesem luxuriösen Labyrinth – inklusive Bücherkeller mit einer Kobra, Fallgittern und sonstigen gewissen Extras – lebt die junge, schöne und reiche Japanerin Lady Hideko unter der Fuchtel ihres Onkels Kouzuki. Er unterbindet jeden Kontakt zur Außenwelt und zwingt sie, begüterten Buchliebhabern seltene pornographische Werke vorzulesen – um sie anschließend meistbietend zu versteigern. Er ist nicht der einzige, der sie um ihr Erbe bringen will. Ein koreanischer Hochstapler, der sich als Graf Fuji­wara ausgibt, schleust die Taschendiebin Sookee als neues Dienst­mädchen in den seltsamen Haus­halt ein: Sie soll Hideko geneigt machen, sich in den falschen Adligen zu verlieben.
Park legt es in seinem historischen Erotikthriller auf plot twists an, die sich polyperspektivisch geben und entrollt ein Spiel um Täuschung & Maskerade, doppelte Böden und verwirrende Fassaden. Einge­streute Rückblenden vereinen sich mitunter rätselhaft mit der Gegen­wart. Einzelne Momente sexueller Explizität sorgten bei der Urauf­führung bei den Filmfestspielen in Cannes für einige erhitzte Gemüter und spalten seither die Geister.
DIE TASCHENDIEBIN erzählt vor allem mithilfe kultureller Re­fe­ren­zen auch eine politische Geschichte über das schwierige Ver­hältnis zwischen Korea und Japan, zweier Länder, die sich bis heute gegenseitig kulturell enorm beeinflussen, deren Geschichte jedoch von Krieg und Unterdrückung geprägt ist. (nach: kunstundfilm.de; www.kino.de; www.moviebreak.de; www.freitag.de)

Südkorea 2016; Regie: Park Chan-wook; Buch: Park Chan-wook & Jeong Seo-gyeong, nach dem Roman „Fingersmith” von Sarah Waters; Kamera: Chung Chung-hoon; DarstellerInnen: Kim Min-hee (Lady Hideko), Cho Jinwong (Kouzuki), Kim Tae-ri (Sookee), Ha Jung-woo (Graf) u.a.; (DCP; 1:2,35; Farbe; 144min; koreanisch-japanische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat