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Keine Spielzeit in dieser Woche


SLAVA

GLORY

R: Kristina Grozeva & Petar Valchanov

Um Ehre geht es in SLAVA nicht, bloß um eine Uhr, und nicht mal um eine besonders wertvolle. Die Uhrenmarke Slava, übersetzt „Ehre”, galt im ehemaligen Ostblock als Statussymbol der einfachen Leute – ein Relikt der Vergangenheit und von daher aufgeladen mit allerlei Bedeutung. Als die Mitarbeiterin des bulgarischen Verkehrsministe­riums dem Gleisarbeiter Tsanko Petrov seine alte Slava abnimmt, zeichnet sich auf dessen Handgelenk ein blässlicher Schatten ab: Ge­brauchsspuren eines Lebens voller Entbehrungen. Die Uhr, die ihm statt­dessen ausgehändigt wird, sieht modern aus, hat ein digitales Dis­play und gibt schon am nächsten Morgen den Geist auf.
Tsanko Petrov ist ein echter Antiheld. Bei Gleisarbeiten findet der zauselige Hinterwäldler einen Haufen Geld auf den Schienen. Statt die verstreuten Scheine aber einzustecken und so sein karges Gehalt aufzubessern, meldet er den Fund ordnungsgemäß bei seinen Vorge­setzten – zum Amüsement der Kollegen, die während der Arbeit heimlich Diesel aus den Triebwagen abzapfen. Dem bulgarischen Ver­kehrs­minister kommt die Geschichte aber gerade recht. Einen ehrlichen Mit­­arbeiter kann seine korrupte Behörde, die gerade wegen dunkler Geschäfte Schlagzeilen macht, gut gebrauchen. PR-Manage­rin Julia Staykova wird auf den armen Tropf angesetzt, noch vor Ort soll er ein Fernsehinterview geben, damit das Ministerium wieder „das Narrativ kontrolliert”, wie es in der Sprache der Spin-Doktoren heißt.
Worauf die bissige Tragikomödie hinausläuft, bleibt lange offen. Das Duo Grozeva und Valchanov spielt auf eine geradezu perfide Wei­se mit den Erwartungen und Befürchtungen des Publikums. (aus: www.tagesspiegel.de; www.film-rezensionen.de)

Bulgarien/Griechenland 2016; Regie & Buch: Kristina Grozeva & Petar Val­chanov; Kamera: Krum Rodriguez; Musik: Hristo Namliev; DarstellerInnen: Stefan Denolyubov (Tsanko Petrov), Margarita Gosheva (Julia Staykova), Ki­dotar Todorov (Valeri), Ivan Savov (Minister), Tanja Shahova (Pepa), Mira Iskarova (Galya) u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 101min; bulgarische ORIGINAL­FASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat