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LA SUPPLICATION

TSCHERNOBYL – EINE CHRONIK DER ZUKUNFT

R: Pol Cruchten

Die weißrussische Schriftstellerin Swetlana Alexandrowna Alexije­witsch wurde 2015 mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet „für ihr vielstimmiges Werk, das dem Leiden und Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt”. Sie lebte in Minsk, als das Atomkraftwerk von Tscher­­nobyl am 26. April 1986 in die Luft flog. Sie interviewte in den folgenden zehn Jahren über 500 Augenzeugen, darunter Feuer­wehr­ leute, Ärzte, Wissenschaftler oder Einwohner. 1997 erschien ihr dokumentarisches Buch in russischer Sprache, das erst 2005 ins Englische übersetzt wurde und den Titel „Voices from Chernobyl: The Oral His­tory of a Nuclear Disaster” erhielt (dt.: „Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft”). Regisseur Pol Cruchten war von diesem Buch fasziniert, und die Idee, daraus einen Film zu drehen, ließ ihn nicht mehr los. Die Schriftstellerin sah seinen Film NEVER DIE YOUNG und war gleichwohl begeistert, sodass sie ihm die Filmrechte überließ.
Dutzende von Werken sind über Tschernobyl geschrieben, tausende Meter Videomaterial abgedreht worden. Dieser Film spricht jedoch nicht über Tschernobyl, sondern über die Welt von Tschernobyl, über die wir so gut wie gar nichts wissen. Die verschiedensten Stimmen aus dem Alltagsleben, Wissenschaftler, Lehrer, Kinder erzählen uns nicht nur von der Katastrophe. Ihre Stimmen überschreiten die Gren­zen dieser entsetzlichen Havarie und bilden ein langes Flehen. Tod, Glaube, Natur, Leiden. Die behandelten Themen sind vielfältig und komplex. Durch ihr Flehen entdecken wir den Menschen und das Leben neu. Als ein einzigartiges visuelles Erlebnis lädt uns der Film ein zu einer Reise ans Ende der menschlichen Seele. (Filmfestival Luxemburg)

Österreich/Luxemburg 2016; Regie & Buch: Pol Cruchten; Kamera: Jerzy Pa­lacz; Schnitt: Dominique Galliéni; Musik: André Mergenthaler, Luma Luma Earthsounds; (DCP; Farbe; 86min; französische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat