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Keine Spielzeit in dieser Woche


SEEING VOICES

R: Dariusz Kowalski / in Gebärdensprache und mit deutschen Untertiteln

Vor elf Jahren wurde die Österreichische Gebärdensprache verfas­sungs­rechtlich als „eigenständige Sprache” anerkannt. Doch von einem barrierefreien und damit inklusiven Alltag für Gehörlose ist man auch hier noch weit entfernt. Das gilt für den einfachen Gang zum Arzt ebenso wie für den Schulbesuch. SEEING VOICES zeigt eine Welt, die für die Hörenden oft unsichtbar bleibt. In konzentrierten Bil­dern sensibilisiert er auf informative und unterhaltsame Weise für unterschiedliche Lebenssituationen, für die Gehörlose besondere Kom­mu­nikationsstrategien ausbilden müssen. Wie verständigt man sich etwa bei einem Tanzkurs? Welche Rolle kommt dem hörenden Kind eines gehörlosen Paares zu? Und wie sieht der Alltag einer gehörlosen Politikerin aus? Der Film alterniert zwischen Dialogen von Ge­hör­lo­sen mit Hörenden und Gesprächen unter Gehörlosen, die von Zu­schauerInnen nur durch das Lesen von Untertiteln nachvollzogen wer­­den können.
Dariusz Kowalski zeichnet ein vielseitiges Portrait der Gehörlosen-Community in Wien und verweist auch auf den Stellenwert der Ge­­bärdensprache, dem unser Bildungssystem noch immer nicht gebührend Rechnung trägt. (aus: www.austrianfilms.com)
Darius Kowalski: „Ich wollte gehörlose Menschen nicht über ihre Andersartigkeit portraitieren, sondern über ihre Kultur. Es gibt ja zwei Modelle – das Kulturmodell und das Defizitmodell. Letzteres bezieht sich sehr stark auf das Fehlen der Hörfähigkeit. Das Kulturmodell setzt die Sprache und die Identität der Gemeinschaft in den Fokus. Die Vitalität dieser Gemeinschaft hat mich viel stärker interessiert: ihre eigene Art, Dinge zu beschreiben, ihre Form zu kommunizieren, ihre Bräuche. Sie haben durch ihre Sprache eine sehr starke Identität.”

Österreich 2016; Regie: Dariusz Kowalski; Kamera: Martin Putz; Produktion: Oliver Neumann, Sabine Moser; (DCP; Farbe; 89min).


  
Filmplakat