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Keine Spielzeit in dieser Woche


LA TORTUE ROUGE

DIE ROTE SCHILDKRÖTE

R: Michael Dudok de Wit

Liebevoll, natürlich und anders. Der erste Animationsfilm in voller Spiel­länge von Trickfilmregisseur Michael Dudok de Wit ist der neuste Streich aus dem japanischen Animationsstudio Ghibli, das seiner liebevoll handgezeichneten Ästhetik auch hier treu bleibt. Nach dem Rückzug Hayao Miyazakis ist es hier Isao Takahata (MISS HOKUSAI), der die traditionelle künstlerische Ausführung von de Wits Geschichte über die rote Schildkröte übernommen hat.
Nur knapp 80 Minuten braucht der Film, um eine ganz wunderbare, runde und tiefsinnige Geschichte zu erzählen. Der Mann aus dem tosenden Meer überlebt und strandet auf einer Insel mit einem Berg, einem großen Bambuswald, einer Frischwasserquelle und ein paar Fruchtbäumen – das ist gerade genug um zu überleben.
Also beginnt der Mann, sich ein Floß zu bauen, um der einsamen Insel zu entfliehen. Doch jeder seiner Versuche scheitert, weil jedes Ge­fährt ein ums andere Mal zerstört wird – und zwar von einer großen roten Schildkröte, die ihn erst ein wenig aufs Meer paddeln lässt, um seine in mühevoller Handarbeit erschaffene Konstruktion zu versenken. Erst als er die Schildkröte, die zum Eier legen an den Strand gekommen ist, auf den Rückenpanzer drehen kann, so dass sie wehrlos ist, hätte der Mann eine Chance auf Flucht. Doch irgendwas hält ihn ab und lässt ihn bei der regungslos daliegenden Schildkröte bleiben.
Sparsam ist LA TORTUE ROUGE nicht nur in Bezug auf seine Län­ge geraten, auch die teils von Hand gezeichneten Bilder zeigen einen minimalistischen Stil und auf der auditiven Ebene bleiben Musik und Geräuschkulisse die erzählenden Elemente – der Film kommt nämlich ohne Worte aus. (nach: srf.ch, kino-zeit.de, outnow.ch)

Frankreich/Belgien/Japan 2016; Regie: Michael Dudok de Wit; Buch: Mi­chael Dudok de Wit, Pascale Ferran; Art Director: Isao Takahata; (DCP; 1:1,85; Farbe; 80min; ohne Dialog).


  
Filmplakat