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Keine Spielzeit in dieser Woche


AMOUR

LIEBE

R: Michael Haneke

Anne (Emmanuelle Riva) liegt tot in einem blumengeschmückten Bett. In der Luft hängt der Gestank von Verwesung. Den Weg dorthin rekonstruiert Haneke mit höchster Präzision, in charakteristisch streng kadrierten Bildern und einer flüssigen Montage. Die kühle Form ist dem Geschehen in diesem Fall besonders angemessen, eine Haltung des Respekts angesichts einer Intimität, vor der sich dieser Film nicht verschließen kann – es auch gar nicht will. Georges (Jean-Louis Trin­tig­nant) und Anne sehen wir nur in der zweiten Szene in der Öf­fentlichkeit, als Teil eines Konzertpublikums; der Rest des Films ist ein Kammerspiel in ihrer Wohnung – der kultivierte Lebensbereich eines bürgerlichen Paares, das sich seine Liebe im Alter bewahrt hat. Die Blicke, die diese beiden Menschen einander immer wieder zuwerfen, erzählen die eigentliche Geschichte des Films. Den Krank­heits­verlauf entwirft Haneke in kleineren Ellipsen. Die Frage nach einer angemessenen Ethik im Umgang mit Sterbenden bleibt in AMOUR bis zum dramatischen Finale ganz zentral. (aus: derstandard.at)
„Haneke zerschneidet das Appartement in disparate Stücke, die sich erst sehr langsam zu einem erschlossenen Raum zusammenfügen, verweigert Einsichten und Gegenschüsse.” (critic.de)
Auf die Frage, ob es von Anfang an klar gewesen sei, dass die Ge­schichte im bürgerlichen Milieu spielen sollte, antwortet Michael Ha­neke, dass er bewusst kein Sozialdrama machen wollte. Wenn es nur darum ginge, dass sich jemand keine Krankenschwester leisten kann, würde das von der viel grundsätzlicheren Problematik ablenken. Auch ohne finanzielle und soziale Nöte bleibt das menschliche Drama übrig.

Frankreich/Österreich/Deutschland 2012; Regie & Buch: Michael Haneke; Kamera: Darius Khondji; Schnitt: Nadine Muse, Monika Willi; Musik: Cecile Lenoir; DarstellerInnen: Jean-Louis Trintignant (Georges), Emmanuelle Riva (An­ne), Isabelle Huppert (Eva), William Shimell (Geoff), Rita Blanco (Concierge) u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 125min; französisch-englische ORI­GI­NAL­FASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat